SCS SkyD

Quelle: pexels.com

Die nachfolgende Watchlist beinhaltet Werte, die wir im HighYield-Sektor im Blick haben und deren Entwicklung wir verfolgen. Die Liste ist aber keinesfalls abschließend und nicht jedes Unternehmen auf der Liste würde aktuell zu unserem Portfolio passen.

Top 7

Challengers

12.05.2022

Grundsätzlich gibt es viele unterschiedliche Portfolio-Strategien, die zum individuell definierten Erfolg führen können. Wichtig ist dabei, dass man überhaupt eine Strategie hat und diese konsequent verfolgt und gut umsetzt.

Die Vorteile des Dividend Growth Investing sind aus unserer Sicht insbesondere Flexibilität, die durch regelmäßiges passives Einkommen entsteht. Hinzu kommen Planbarkeit, Sicherheit bzw. Risikotoleranz und der Qualitätsgedanke (bezogen auf die Unternehmen).

Generell kann man ein Income Portfolio – je nach persönlicher Präferenz – auf verschiedene Arten zusammenstellen. Unserer Ansicht nach gehört ein Anteil an HighYield Werten definitiv auch zu einem auf Ertrag fokussierten Portfolio. Die Gründe wollen wir im Folgenden etwas näher beleuchten.

HighYield & Risiko

Teilweise werden HighYield Werte, insbesondere in Deutschland und dem europäischen Raum, als extrem risikoreich, spekulativ oder „brandgefährlich“ bezeichnet. Unserer Meinung nach ist dies eine pauschale Haltung, die wesentliche Aspekte außer Acht lässt, von Unkenntnis zeugt und zu Fehleinschätzungen führen kann.

Selbstverständlich gilt bei HighYield Werten Folgendes:
Eine sehr hohe Dividendenrendite sollte immer dazu führen, dass eine Warnleuchte angeht und man genau überprüft aus welchem Grund die Rendite so hoch ist. Die Frage sollte sich stellen, ob durch das Unternehmen diese hohe Rendite nachhaltig über einen längeren Zeitraum erwirtschaftet werden kann. Wenn etwas zu gut klingt um wahr zu sein, ist es das meistens auch. In der Welt der Investments wird einem in der Regel Nichts geschenkt. HighYield ist  teilweise auch mit HighRisk verbunden.

Auf der anderen Seite sollte man sich auch die Frage stellen, ob für das bestehende Risiko eine angemessene Kompensation besteht, also das Chance/Risiko Verhältnis positiv ist. Wenn man sich auf eine Income Strategie fokussiert hat, macht es unserer Ansicht nach wenig Sinn, sein Portfolio ausschließlich mit ultra defensiven Dividendenwerten aufzubauen, welche oft nur eine Rendite zwischen 1%-3% aufweisen. Dies gilt auch für Werte mit sehr niedriger Startdividendenrendite und hoher Dividendenwachstumsrate. Grundsätzlich ist es nicht garantiert, dass diese Unternehmen die hohen Dividendenwachstumsraten über einen langen Zeitraum durchhalten und selbst wenn, dauert es Jahre / bzw. Jahrzehnte bis man durch das Dividendenwachstum auf eine signifikante Yield on Cost kommt.


Natürlich ist es bei HighYield Werten ganz besonders wichtig sorgfältig zu prüfen, ob die Ausschüttungen nachhaltig sind, aber es hat sich z.B. in der Krise auch gezeigt, dass solide HighYield Werte ihre Dividende nicht gesenkt haben. So z.Bunter anderem Ares Capital, Starwood Property Trust, Main Street Capital, Goldman Sachs BDC, Sixth Street Specialty Lending, Enbridge oder auch Altria und British American Tobacco.
Hinzu kommt, dass durch besondere Ereignisse auch die Dividenden von vermeintlichen Dividenden Garanten in Gefahr geraten können. Als Beispiele seien u.a. nur Royal Dutch Shell, BP, Walt Disney, Kraft-Heinz, Wells Fargo, Bayer oder AT&T genannt.
HighYield heißt teilweise auch höheres Risiko, aber wenn insgesamt das Chance/Risiko Verhältnis positiv ist, haben solche Werte einen Platz in einem Income Portfolio.

HighYield gleich HighYield?

Unserer Meinung nach bietet es sich an, zwischen zwei verschiedenen Kategorien zu differenzieren.

  • Klassische HighYield Werte

Diese zeichnen sich durch eine dauerhaft weit überdurchschnittliche Ausschüttung und Dividendenrendite aus, welche allerdings oft mit einer sehr hohen Pay-Out Ratio kombiniert ist. Exorbitante Kursteigerungen über einen längeren Zeitraum sind eher selten. Zu finden sind solche Werte insbesondere bei Business Development Companies (BDCs), Real Estate Investment Trusts (hier vornehmlich Mortage-REITs). Hintergrund ist, dass diese Firmen per Gesetz zu einer hohen Ausschüttungsquote verpflichtet sind (im Gegenzug für besondere Steuerregelungen). Hinzu kommt auch der Bereich der Master Limited Partnerships (MLPs)und der sog. YieldCos. sowie der Sektor der Closed-End Funds (CEFs), welche in den USA speziell für Income Investoren konzepiert wurden. 

  • HighYield aufgrund von Ereignissen

Diese Kategorie betrifft Aktien, die temporär eine sehr hohe Dividendenrendite aufweisen. Auslöser dafür sind meistens besondere (negative) Ereignisse oder auch Reaktionen von Mr. Market, die dann zu einem deutlichen Kursrückgang führen. In machen – eher seltenen – Fällen sind aber auch positive Faktoren wie eine Sonderdividende oder kurzfristig höhere Ausschüttungen der Grund für außerordentlich hohe Dividenden. Zu dieser Kategorie (HighYield aufgrund von Ereignissen) zählen beispielsweise AT&T, BHP Group, Rio Tinto, Lumen, Imperial Brands, Altria oder Exxon (speziell in der Pandemie). Die Nachhaltigkeit der Dividende sollte man hier besonders im Auge behalten.

HighYield vs HighGrowth

In der Dividenden-Community wird teilweise argumentiert, dass Dividendenwerte mit einer niedrigen Startrendite aber sehr hohen Dividendenwachstumsrate im Gegensatz zu HighYield Werten langfristig die bessere und sichere Wahl wären. Es wird dann auf Grafik-Modelle verwiesen, die aufzeigen nach wieviel Jahren ein Dividendenwachstumswert den HighYield Wert im Bereich der Rendite eingeholt bzw. überholt hat. Die Modelle kann man mit den verschiedensten Annahmen und Zahlen durchführen. Allerdings werden aus unserer Sicht oft zwei wesentliche Aspekte außer Acht gelassen.

  • Es ist nicht garantiert bzw. selten, dass die Dividend-Growth Unternehmen ihre exorbitanten Dividendenerhöhungen von 15% und mehr über Jahrzehnte aufrecht halten können – Das Sprichwort „Spatz in der Hand vs Taube auf dem Dach“ oder „a bird in the hand is worth two in the bush“ hat hier durchaus eine Berechtigung.
  • Die Modelle übersehen teilweise, dass die höheren Erträge eines HighYield Wertes sofort re-investiert werden können und so direkt zusätzliches Einkommen generieren. Bei dem langen Zeitraum, den bspw. ein HighGrowth Wert mit Startrendite von 2% und 15% DivWachstum p.a. benötigt, bis er einen HighYielder mit 7,5% Rendite eingeholt hat, ist dies ein substantieller Faktor. 

Aus unserer Sicht geht es in Bezug auf HighGrowth vs HighYield nicht um Ent- oder Weder. In einem diversifizierten Income Portfolio haben beide Arten von Dividendenwerten eine Berechtigung. Wo man den Schwerpunkt legt, hängt sicherlich auch von den individuellen Zielen, Präferenzen und dem Zeithorizont ab. Für uns gehört ein Anteil an HighYield Werten auf jeden Fall in ein Income Portfolio, insbesondere unter dem Gesichtspunkt des Chance/Risiko Verhältnisses. 

Vielen Dank für den Besuch bei Dividende-um-Dividende!

Hinweis

Die vorgenannten Ausführungen stellen ausdrücklich keine! Kauf/Verkaufsempfehlung dar. Sie spiegeln lediglich unsere Meinung wider und sollen zur Anregung eigener Recherche dienen.

-keine Anlageberatung – 

Investments sind immer auch individuell zu betrachten und nicht jedes Investment passt zum Risikoprofil jeder Person.

Ich / wir sind in Ares Capital, Main Street Capital, Starwood Property Trust, Sixth Street Specialty Lending, Goldman Sachs BDC, Omega Healthcare Investors, freenet, Allianz GI Artificial Intelligence (AIO), Reaves Utility Income (UTG) und Tekla Healthcare Investors (HQH) investiert.

Das Zahlenmaterial stammt von seekingalpha.com und onvista.de

Der Beitrag wurde mit der größtmöglichen Sorgfalt erstellt. Eine Gewähr für die Richtigkeit der Zahlen/Daten kann allerdings nicht übernommen werden.

Bei der Werbefläche handelt es sich um Affiliate Werbung.