Pharma/Biotech Watchlist

Quelle: pixabay.com

Im Verlauf des Jahres 2020 haben wir den Pharma Sektor im International-Income-Portfolio (IIP) deutlich ausgebaut und zu einem Schwerpunkt entwickelt. Pharma Werte sind schon immer vom Grundsatz her defensive Werte gewesen, da sie so gut wie nicht von Konjunkturzyklen abhängig sind. Risiken bestehen bei Pharma Aktien eher in möglichen (kostspieligen) Forschungs-Fehlschlägen und regulatorischen Eingriffen der jeweiligen Gesetzgeber bezüglich Preisgestaltung oder allgemein ins Gesundheitssystem.
Auf der anderern Seite führen aus unserer Sicht insbesondere zwei Faktoren dazu, dass Pharma Werte langfristig – auch für Income-Investoren – attraktiv sind. Unabhängig vom aktuellen Hype um den COVID-19 Impfstoff hat die Pandemie für einen hohen Stellenwert der Gesundheitsbrache in der Bevölkerung gesorgt. Die Branche ist sozusagen in ein (positives) Scheinwerferlicht geraten. Hinzu kommt eine im Durchschnitt immer älter werdende Gesellschaft, die einen hohen und weiter steigenden Bedarf an Medikamenten garantiert.

Die nachfolgende Watchlist beinhaltet Werte, die wir als Income Investoren im Pharma/Biotech Sektor im Blick haben und deren Entwicklung wir verfolgen. Die Liste ist aber keinesfalls abschließend und nicht jedes Unternehmen auf der Liste würde aktuell zu unserem Portfolio passen.

Stand: 12.12.2020 – bei der Angabe der DGR dürften die ganz aktuellen Div-Erhöhungen noch nicht enthalten sein

NEWS

Pfizer (PFE) – Das Pharma Unternehmen aus NewYork City/USA hat im November 2020 die Abspaltung der Sparte „Upjohn“ und deren Zusammenschluss mit der Firma Mylan vollzogen. Die Aktionäre von Pfizer haben pro Anteil 0,124 Aktien der neu entstandenen Firma Viatris (VTRS) erhalten. In den Schlagzeilen ist Pfizer allerdings seit einigen Wochen, nachdem die positive Meldung bekannt gegeben wurde, dass der in Zusammenarbeit mit der deutschen Biotech Firma Biontech entwickelte Corona-Impfstoff in den abschließenden Testphasen eine Wirksamkeit von 95% erzielt hat. In Großbritannien ist der Impfstoff bereits zugelassen, in den USA und Europa wird in wenigen Tagen mit einer Zulassung gerechnet. Darüber hinaus hat Pfizer aktuell eine Dividendenerhöhung von 2,6% bekannt gegeben.

Bristol-Myers Squibb (BMY) – Im Nov. 2020 hat BMY das Biotech Unternehmen MyoKardia in einem „all cash deal“ für 13,1 Mrd. USD gekauft und auf diesem Weg die Kompetenzen im Segment der Herzkreislauf-Krankheiten ausgebaut. Etwas überraschend hatte Warren Buffetts Investment Firma Berkshire Hathaway mitgeteilt, dass man im Volumen von 1,8 Mrd. USD bei Bristol-Myers Squibb eingestiegen sei. BMY hat eine Anhebung der Quartalsdividende von 0,45 USD auf 0,49 USD angekündigt, was einer Erhöhung von 8,9% entspricht.

Bayer (BAY) – Das deutsche Life Science Unternehmen mit Schwerpunkten im Bereich Pharma/Gesundheit sowie Agrarwirtschaft hat im Dezember 2020 den Ausbau seiner Zell- und Gentherapie Plattform bekannt gegeben und seine Pipeline in der Pharma Sparte deutlich gestärkt. Mit Atara Biotherapeutics habe man eine Kooperation im Bereich der CAR-T Krebs-Zelltherapien vereinbart. Im Okt. 2020 hatte Bayer für ca. 4 Mrd. USD das US-Unternehmen AskBio übernommen, nachdem bereits ein Jahr zuvor Blue Rock Therapeutics gekauft wurde. Darüber hinaus hatte sich Bayer im Sommer 2020 die Rechte an einem Medikament der britischen Biotech Firma Kandy Therapeutics gesichert, dem ein Milliarden-Umsatzpotenzial prognostiziert wird. Allerdings belasten Bayer immer noch die milliardenschweren Klagen vor Gerichten in den USA im Zusammenhang mit der Übernahme des Saatgut- und Düngemittelherstellers Monsanto. Eine Dividendenkürzung von derzeit 2,80 € auf ca. 2,20 € wird von einigen Analysten angenommen.

Abbott Laboratories (ABT) – Das bereits 1888 gegründete Pharma Unternehmen mit Sitz in Chicago/USA hat in den letzten 12 Monaten einen Kursanstieg von ca. 26% hinter sich, der auch mit der Pandemie zusammenhängt, da ABT u.a. Hersteller von Antikörper Test ist. Bei den Q3 Zahlen hat sich dies ebenfalls in einem Umsatzanstieg der Diagnostics Sparte von 38% gezeigt. Der Gesamtumsatz stieg um 9,6% und das Net Income um beachtliche 28,5%. Beim Ausblick für 2020 hat Abbott ein Non-GAAP EPS von mindestens 3,55 USD angegeben. Gestern erfolgte dann eine massive Dividenden-Erhöhung um 25% von 0,36 USD auf 0,45 USD pro Aktie und Quartal.

Merck (MRK) – Der Pharma Konzern aus den USA konnte im 3. Quartal 2020 sowohl den Umsatz als auch den Gewinn steigern. Der Gesamtumsatz lag bei 12,55 Mrd. USD, einem Plus von 1,2%, während der Non-GAAP Gewinn um 14% auf 4,42 Mrd. USD stieg. Bekannt ist Merck insbesondere für sein umsatzstärkstes Krebs-Medikament Keytruda, welches mit 3,71 Mrd. USD (+21%) zum Quartalsergebnis beigetragen hat. Mit dem Kauf der Firma VelosBio für 2,75 Mrd. USD hat Merck im November 2020 seine Krebssparte weiter gestärkt. Warren Buffets Berkshire Hathaway ist mit einem Volumen von 1,8 Mrd. USD bei Merck eingestiegen. Ebenfalls im Nov. 2020 hat Merck eine Anhebung der Quartalsdividende auf 0,65 USD pro Aktie verkündet, was einer Steigerung von 6,6% entspricht.

AbbVie (ABBV) – Das vom Mutterkonzern Abbott Labs vor einigen Jahren abgespaltene Unternehmen konnte einmal mehr mit soliden Quartalszahlen überzeugen, in die jetzt auch die Ergebnisse der übernommenen Firma Allergan mit eingeflossen sind. Der Umsatz stieg um 52,1% auf 12,9 Mrd. USD und das non-GAAP EPS lag bei 2,83 USD. AbbVie hat zudem den Ausblick für das Jahr 2020 angehoben und rechnet (inklusive Allergan -seit Mai)- mit einem non-GAAP EPS zwischen 10,47-10,49 USD. Wie bei Bristol-Myers und Merck ist Berkshire Hathaway auch bei AbbVie im Volumen von 1,8 Mrd. USD eingestiegen. Die Quartalsdividende hat AbbVie aktuell auf 1,30 USD pro Aktie angehoben, was einer Steigerung von 10,2% entspricht. Abbvie hat damit seine sehr shareholder value freundliche Dividendenpolitik fortgesetzt.

Sanofi (SNF) – Der französische Pharma-Konzern konnte im 3. Quartal 2020 einen Umsatz von 9,48 Mrd. Euro erzielen, was einen minimalen Rückgang von 0,2% darstellt. Das non-GAAP EPS lag mit 1,83 Euro um 0,07 Euro über den Erwartungen der Analysten. Für das Gesamtjahr rechnet Sanofi mit einer Steigerung des EPS von ca. 7-8%. Gestern wurde bekannt, dass bei der Impfstoffentwicklung zu COVID-19, welche Sanofi in Zusammenarbeit mit dem britischen Unternehmen GlaxoSmithKline durchführt, eine Verzögerung eintreten wird. Vor Ende 2021 geht man nicht von einer Verfügbarkeit aus, da bei älteren Patienten eine nicht ausreichende Wirkung des Impfstoffs festgestellt wurde und so eine neue Phase II Studie mit höher konzentriertem Wirkstoff gestartet werde.

Gilead Sciences (GILD) – Das Biotech Unternehmen erzielte im Q3 2020 einen Umsatz von 6,56 Mrd. USD, was eine Steigerung von 17,1% im Jahresvergleich darstellt. Das non-GAAP EPS lag bei 2,11 USD und damit 0,22 USD über den Erwartungen der Analysten. Der Ausblick des EPS für das Gesamtjahr wurde allerdings etwas zurückgenommen und liegt jetzt zwischen 6,25-6,60 USD pro Aktie. Das Unternehmen war in der COVID Krise mit seinem Medikament Remdesivir in das Scheinwerferlicht gelangt, da man Hoffnungen hatte, dies könnte bei der Behandlung des Virus ein entscheidender Fortschritt sein. In den USA ist eine Notfallzulassung bereits erfolgt und auch die EU-Medicines Agency hat eine positive Empfehlung ausgesprochen. Allerdings empfiehlt die WHO den Ärzten Remdesivir bei COVID-19 Patienten nicht einzusetzen, da es keine Belege für eine Wirkung gebe. Mit Einführung von Impfstoffen wird davon ausgegangen, dass die Umsätze von Remdesivir rückläufig sein werden.

Vielen Dank für den Besuch bei Dividende-um-Dividende!

Hinweis

Die vorgenannten Ausführungen stellen ausdrücklich keine! Kauf/Verkaufsempfehlung dar. Sie spiegeln lediglich unsere Meinung wider und sollen zur Anregung eigener Recherche dienen.

-keine Anlageberatung –

Ich/ wir sind in Abbvie, Johnson&Johnson, GlaxosmithKline und Bristol-Myers Squibb investiert.

Das Zahlenmaterial stammt von seekingalpha.com, onvista.de.

Der Beitrag wurde mit der größtmöglichen Sorgfalt erstellt. Eine Gewähr für die Richtigkeit der Zahlen/Daten kann allerdings nicht übernommen werden.

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