AT&T

Posted by div2div on 20. Juni 2020 in Aktien
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Quelle: AT&T Investor Presentation

 

Unternehmensprofil

AT&T (T) ist ein US-amerikanisches Unternehmen aus der Telekommunikations- und Medienbranche. Die Ursprünge gehen zurück bis in das Jahr 1877, als die Firma Bell Telephone Company entstand. AT&T wurde dann im Jahr 1885 als American Telephone and Telegraph Company gegründet und hatte lange Zeit ein Monopol. Der Spitzname „Ma Bell“ (Mother Bell) geht auf diese Anfänge zurück. Mittlerweile ist AT&T eines der größten Telekommunikations-Unternehmen der Welt. Der heutige Firmensitz befindet sich in Dallas/USA.

In der jüngeren Geschichte hat AT&T insbesondere mit zwei großen Übernahmen Schlagzeilen gemacht. Im Jahr 2014 wurde für knapp 50 Mrd. USD der Kauf des Satellitenfernsehen-Betreibers direct tv in die Wege geleitet. Einige Jahre später wurde im Juni 2018 die Übernahme des Medienkonzerns TimeWarner (u.a. CNN, HBO, WarnerBrothers) für 85 Mrd. USD nach diversen Kartellverfahren endgültig vollzogen.

Die aktuelle Unternehmensstruktur von AT&T ist in folgende Segmente aufgeteilt:

  • Communications – zu diesem Bereich gehören der Mobilfunk/Mobility, die Entertainement Group und Business Wireline
  • WarnerMedia – zu diesem Bereich gehören der Fernsehsender CNN, der Streaming Dienst HBO-MAX, WarnerBrothers Movies etc.
  • Latin America – dies umfasst insbesondere das Engagement von AT&T in Mexiko

 

 

Zahlen & Chart

 

SCS Daten

Stand: 20.06.2020

 

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Quelle: Mit freundlicher Genehmigung von MarketScreener.com, Kurs in USD

 

 

Income Investor Focus

Der Schwerpunkt der Betrachtung liegt für uns hier naturgemäß auf den Ausschüttungen mit der Dividenden-Historie, der Wachstumsrate und der Dividenden-Sicherheit für die Zukunft. AT&T hat die Dividende seit 35 Jahren kontinuierlich erhöht, auch über die verschiedensten Wirtschaftszyklen und Krisen hingweg. Dies ist ein deutlicher Hinweis in Sachen Verlässlichkeit der Auszahlungen. Die Dividenden-Wachstumsrate lag in den letzten Jahren allerdings nur im niedrigen einstelligen Bereich, was aber bei einer aktuellen Startrendite von 6,86% nicht allzu negativ ins Gewicht fällt.

SCS T Div

Quelle: Mit freundlicher Genehmigung von AlleAktien Quantitativ

Die Pay-Out Ratio auf Basis der für 2020 prognostizierten Zahlen liegt bei akzeptablen 64%, wobei wir damit rechnen, dass durch die Corona-Krise (geschlossene AT&T Stores, geschlossene Kinos, verschobenen Filmstarts etc.) die Gewinne dieses Jahr etwas unter Druck kommen können. In der Folge dürfte dann auch die Pay-Out Ratio steigen.

Im abgelaufenen ersten Quartal 2020 waren die Einflüsse der Corona-Krise mit ca. 600 Mio. USD naturgemäß noch relativ gering. Adjusted earnings per share lag bei 0,84 Cent, während die Quartalsdividende 0,52 Cent beansprucht. Beim Umsatz gab es ebenfalls nur einen kleinen Rückgang im Vergleich zum Vorjahresquartal. Für den Gesamtkonzern sahen die Q1 Zahlen wie folgt aus:

ATT Q1

Quelle: AT&T Investor Presentation

 

Ausblick – The Good, The Bad & The Ugly

Die Vergangenheit kann immer nur ein Anhaltspunkt sein, niemals eine Garantie für zukünftige Performance. AT&T findet sich in vielen Dividendenportfolios wieder und war bisher bekannt für Stabilität der Auszahlungen. Dies kann allerdings nur so bleiben, wenn die zugrunde liegenden Gewinne nicht längerfristig zurückgehen und das Geschäftsmodell sich erfolgreich an neue Trends (bspw. Streaming) anpassen kann.

The Good – Positiv werten wir die Bemühungen und Erfolge von AT&T den Schuldenberg, der insbesondere durch die Übernahmen entstanden ist, strukturiert und mit Priorität im Konzern abzubauen. Im Jahr 2019 hatte AT&T die selbstgestecken Ziele dazu mehr als erfüllt. Die Schulden wurdem um beachtliche 20,3 Mrd. USD reduziert. Aktuell gibt es Meldungen, dass mit einem Verkauf der Videogame Sparte von Warner Bros. ca. weitere 4 Mrd. USD eingenommen werden könnten. Einige Lizenzgebühren könnten aber auch in Zukunft an AT&T zurückfließen. – Sehr positiv ist aus unserer Sicht der Free Cashflow, den AT&T generiert. In 2019 vermeldete das Unternehmen einen neuen Rekord mit 29 Mrd. USD, wodurch das Ziel um 3 Mrd. übertroffen wurde. Der Cashflow per share betrug 2019 6,62 USD !! (für 2020 rechnen Analysten immerhin noch mit einem Cashflow per share von 6,14 $)

Vor ein paar Tagen gab der CFO von AT&T auf der Media Konferenz der Credit Suisse bekannt, dass AT&T zuversichtlich ist, auch aktuell genug Cashflow generieren zu können, um die Dividende beibehalten und gleichzeitig in den weiteren Ausbau der 5G Technologie investieren sowie Schulden abbauen zu können. Das 5G Netzwerk erreiche mittlerweile 160 Mio. Menschen in 327 „Märkten“ / Regionen. Erfolgreich laufe auch der Aufbau des FirstNet (First Responder Network) mit 1,3 Mio Abonennten vieler US-Behörden. Unserer Meinung bietet die 5G Technologie für AT&T eine große Chance. In den ersten Jahren überwiegen sicherlich die Investitionsausgaben, aber in der Zukunft wird 5G wahrscheinlich für weiter steigenden Cashflow sorgen.

The Bad – AT&T verliert Quartal für Quartal eine hohe Anzahl von Premium Video Kunden bei directTV (-897.000 in Q1 2020). Das sog. cord-cutting setzt sich weiter zugunsten von Streaming Angeboten fort. Hinzu kommen (Werbe)-Einbußen bei WarnerMedia, z.B. durch die Absage großer Sportveranstaltungen in den USA wie der „MarchMadness“. Die Verschiebung von vielen neuen Filmstarts und die geschlossenen Kinos werden das Ergebnis von Warner Bros. speziell im Q2 sicher nicht unerheblich belasten. Auch wenn wir glauben, dass dies im Großen und Ganzen ein temporärer Effekt ist, sollte man die zukünftige Entwicklung und das Konsumentenverhalten in diesem Bereich im Auge behalten.

The Ugly – Durch die Übernahme von TimeWarner befindet sich AT&T in der Transformation vom reinen Telekommunikations-Unternehmen zum globalen Medienkonzern, der Mobilfunk, Internet und den Content von WarnerMedia alles aus einer Hand anbieten kann. Der Streamingdienst HBO-MAX soll dabei den weltweiten Trend zu mehr Streaming abdecken und die Abwanderung der Premium Video Kunden ausgleichen. Das Potenzial ist jedenfalls vorhanden. So weit so gut. – Was dann um den Launch-Termin herum passierte, war allerdings eine Enttäuschung. Disney+ hatte am ersten Tag 4 Mio. Abonennten, der relativ Unbekannte Streaming Dienst Quibi 300.000 und der Premium-Content Dienst HBO-MAX nur 90.000 neue Downloads. In den Medien und auf den Social Media Kanälen verlief der Start ebenfalls ziemlich lautlos und ohne viel positive Begleitung. Jedenfalls eine verpasste Großchance aus unserer Sicht. Im Juli wird AT&T zu aktuellen Abonennten Zahlen bei HBO-MAX genauer Stellung nehmen. Auf der Media-Konferenz der Credit Suisse vor ein paar Tagen hieß es von Seiten des Unternehmens, dass HBO-MAX als „multi-year process“ angesehen werde und der Start sei „so far so good“ gelaufen. Man halte am Ziel von 50 Mio. Abonennten nach 5 Jahren fest.

Zudem hat es AT&T bislang nicht geschafft, sich mit Roku und Amazon zu einigen, damit HBO-MAX über deren Plattformen auf dem TV-Bildschirm direkt zu empfangen ist. Dies ist deshalb so misslich, weil Roku und Amazon Fire TV zusammen mit ca. 80 Mio. aktiven Usern 70% Marktanteil haben. AT&T scheint noch nicht verstanden zu haben, dass man da hingehen muss, wo die Kunden sind. Das Statement des neuen CEO Stankey zu dieser Problematik lässt jedenfalls tief blicken. „We must be doing something right if somebody believes we are now starting to be more in conflict with their business.“ Es bleibt nur zu hoffen, dass AT&T den verpatzten Start mittelfristig korrigieren kann und das Potenzial von HBO-MAX, auch in Verbindung mit attraktiven Mobilfunkt Bundles, zu nutzen versteht.

 

Fazit

AT&T befindet sich aktuell noch in einer Transformationsphase nach der Übernahme von TimeWarner. Wie gut die Integration gelingt, wird nicht unerheblichen Einfluss auf die zukünftige Entwicklung haben. Dass dies kein Selbstläufer ist und das Management von AT&T noch einige Hürden zu bewältigen hat, kann man deutlich am holprigen Start von HBO-MAX erkennen. Hinzu kommen kurzfristig eher düstere Aussichten für WarnerMedia aufgrund der Corona-Krise. Die nächsten Quartalszahlen könnten diesbezüglich eine unangenehme Überraschung bringen.

Auf der anderen Seite stehen aber auch die positiven Aspekte, wie ein konsequenter Schuldenabbau, der immense Cashflow durch das stabile Mobilfunk Geschäft und die Aussichten der 5G Technologie. Die Dividende scheint mittelfristig sicher, zum einen aufgrund der moderaten Pay-Out Ratio und zum anderen auch aufgrund des Bekenntnisses des Managements zur Dividende.

Wir werden die künftige Entwicklung, insbesondere die Zeit nach der akuten Corona Phase, genau verfolgen, bleiben langfristig aber vorsichtig optimistisch, dass AT&T das vorhandene Potenzial besser ausschöpfen kann und die Dividendenpolitik fortsetzt.

 

Vielen Dank für den Besuch bei Dividende-um-Dividende!

 

 

Hinweis

Die vorgenannten Ausführungen stellen ausdrücklich keine! Kauf/Verkaufsempfehlung dar. Sie spiegeln lediglich unsere Meinung wider und sollen zur Anregung eigener Recherche dienen.

-keine Anlageberatung – 

Investments sind immer auch individuell zu betrachten und nicht jedes Investment passt zum Risikoprofil jeder Person.

Ich / wir sind in AT&T investiert.

Das Zahlenmaterial stammt von seekingalpha.com, marketscreener.com und der Homepage von AT&T.

Der Beitrag wurde mit der größtmöglichen Sorgfalt erstellt. Eine Gewähr für die Richtigkeit der Zahlen/Daten kann allerdings nicht übernommen werden.

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