Diversifikation – Fluch oder Segen?

Ausgangslage

Wenn man sein Vermögen selbst verwaltet, stellt sich zwangsläufig die Frage, wie man das verfügbare Kapital verteilt. Zuerst sollte man sich darüber klar werden, welche Anlageklassen mit Blick auf das eigene Risikoprofil überhaupt in Frage kommen (Aktien, Anleihen, ETFs, Fonds, Immobilien etc.). Dabei sollte man nicht vergessen, sich ehrlich nach dem eigenen „circle of competence“ zu hinterfragen. Für uns persönlich kommen in erster Linie Aktien und an nachgeordneter Stelle Immobilien in Frage.

Die zweite, und etwas schwierigere Frage in Bezug auf Diversifikation stellt sich z.B. beim Aufbau eines Portfolios mit Einzelwerten. Darauf möchten wir etwas näher eingehen. – Die nachfolgenden Zitate von Investmentlegende Warren Buffett zeigen deutlich auf, dass die Meinungen und Geschmäcker hier weit auseinander gehen können.

 

„Diversification is protection against ignorance. It makes little sense if you know what you’re doing.“

We believe that a policy of portfolio concentration may well decrease risk if it raises, as it should, both the intensity with which an investor thinks about a business and the comfort-level he must feel with its economic characteristics before buying into it.“ (Warren Buffett)

Bildquelle: wallpapercave.com

Die Wenigsten können behaupten so gut wie Warren Buffett zu sein, wenn es um langfristiges Investieren geht und daher ist die Aussage, Diversifikation würde wenig Sinn machen sicher nicht eins zu eins auf „normale Privatanleger“ zu übertragen.

Aber was steckt dahinter und gibt es Aspekte, die man für das eigene Handeln nutzen kann? – Gemeint ist sehr wahrscheinlich, dass nach gründlicher Analyse und Recherche der Großteil des Kapitals in die (wenigen) Aktien fließen soll, von denen man absolut überzeugt ist. Man sollte die Unternehmen, in die man investiert, ihr Geschäftsmodell, ihre Zahlen, die Firmenphilosophie, die Führung und  die Zukunftsaussichten sehr gut kennen. Nur dann könne man sich sicher sein, die richtigen Unternehmen ausgewählt zu haben und begrenzt damit gleichzeitig das Risiko. Die folgende Aussage unterstreicht dies bildlich.

„Konzentrieren Sie Ihre Investments, denn wenn Sie über einen Harem mit 40 Frauen verfügen, lernen Sie auch keine richtig kennen.“ (Warren Buffett)

Unsere Strategie zur Diversifikation

Wir halten grundsätzlich eine Diversifikation über verschiedene Branchen, Länder und Währungen für sehr wichtig. Zum einen, um das Risiko zu begrenzen, denn wenn man alles auf eine Karte setzt, mag sie noch so gut ausgewählt sein, kann es ungemütlich werden, wenn ein externes Ereignis eintritt, das kaum vorherzusehen war. Die Corona-Krise als „schwarzer Schwan“ ist kein so ganz schlechtes Beispiel, auch wenn hier sehr viele Branchen gleichzeitig in Mitleidenschaft gezogen werden. Darüber hinaus bietet Diversifikation die Möglichkeit, in unterschiedlichen Ländern und Branchen Chancen wahrzunehmen.

Auf der anderen Seite sind wir allerdings auch der Überzeugung, dass es risikobegrenzend ist, wenn man genau weiß, warum man in ein bestimmtes Unternehmen investiert. Dies geht meistens aber nur, wenn man nicht hundert oder mehr Einzelaktien in seinem Portfolio hat. In diesem Punkt teilen wir die Philosophie von Warren Buffett. Das Internationl Income Portfolio (IIP) wird um Core-Holdings herum auf- und ausgebaut. Von diesen Werten sind wir langfristig absolut überzeugt und aus diesem Grund wird mehr Kapital in diese Werte fließen. Wenn z.B. Unternehmen wie Microsoft oder Johnson&Johnson in Zukunft ins International Income Portfolio aufgenommen werden, gehören sie ebenfalls zu den Kandidaten für Core-Holdings.

Aktuelle Core-Holdings

  • Realty Income
  • AbbVie
  • AT&T
  • Munich Re
  • E.ON
  • Allianz
  • Welltower
  • Cisco Systems
  • PepsiCo

 

Die Branchenverteilung der Portfolio-Werte sieht wie folgt aus:

 

Verteilung der Einzelwerte

SCS Allocation

Quelle: Portfolio Performance Software

 

Es liegt auf jeden Fall noch so einiges an Arbeit vor uns. Das IIP ist weit davon entfernt komplett oder strukturell fertig zu sein. Bislang dominieren US-Dividenden Werte gefolgt von Aktien aus Deutschland. Europäische Dividendentitel und solche aus Asien sind noch wenig oder gar nicht vertreten, was wir mittelfristig auf jeden Fall ändern möchten. Bei den Währungen ergibt sich ein ähnliches Bild. Die US-Werte halten wir überwiegend in US-Dollar und die anderen Aktien in Euro. Wir können uns aber mittelfristig auch vorstellen, Aktien aus der Schweiz in Franken und solche aus Japan in Yen zu halten. Bei der Branchenverteilung planen wir aktuell den Tech-Sektor und den Pharma-Bereich verstärkt auszubauen. Der Consumer-Sektor hat allerdings definitiv auch noch Nachholbedarf.

Diversifikation ist für uns ein fließender Prozess, wir überprüfen daher das Portfolio in regelmäßigen Abständen auf Ausgewogenheit. Grundsätzlich wenden wir keine starren Grenzen an. Weder bei der Gewichtung der einzelnen Unternehmen im Portfolio, noch bei der Gesamtzahl von Aktien im Portfolio. Die Flexibilität hat für uns in diesen Fällen eine höhere Priorität. 

 

 

Vielen Dank für den Besuch bei Dividende-um-Dividende!

 

 

Hinweis

Die vorgenannten Ausführungen stellen ausdrücklich keine! Kauf/Verkaufsempfehlung dar. Sie spiegeln lediglich unsere Meinung wider und sollen zur Anregung eigener Recherche dienen. -keine Anlageberatung – 

Investments sind immer auch individuell zu betrachten und nicht jedes Investment passt zum Risikoprofil jeder Person.

Ich / wir sind in allen Werten des International Income Portfolios (siehe grafische Übersicht) investiert.

Der Beitrag wurde mit der größtmöglichen Sorgfalt erstellt. Eine Gewähr für die Richtigkeit der Zahlen/Daten kann allerdings nicht übernommen werden.

 

%d Bloggern gefällt das: