Allianz

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Unternehmensprofil

Allianz – der Name dürfte fast Jedem bekannt sein, vielleicht auch oberflächlich als etwas langweiliger, großer Versicherungskonzern. Zugegeben, Namen wie Amazon, Facebook, Netflix, NVIDIA oder Google beherrschen als high-flyer oft die Schlagzeilen, aber aus Sicht von Dividenden-Investoren ist es genau anders herum. Slow and steady wins the race!! – Gegründet wurde die Allianz bereits im Jahr 1890, maßgeblich durch Graf von Thieme, einem Vorstand der Münchner Rück. Schon im Jahr 1906 und 1912, nach den verheerenden Erdbeben in San Francisco und dem Untergang der Titanic, bewies die Allianz, dass sie Belastungsproben erfolgreich überstehen kann.

Die Allianz-Group, die seit 2015 von Oliver Bäte geführt wird, ist einer der weltweit größten Versicherungs- und Vermögensverwaltungskonzerne mit Sitz in München/Deutschland. Die Allianz beschäftigt ca. 142.000 Mitarbeiter in mehr als 80 Ländern. Im Bereich Versicherungen ist die Allianz hauptsächlich im Erst-Versicherungsgeschäft tätig, zu dem die Schaden-und Unfallversicherung, aber auch die Lebens-und Krankenversicherung bis hin zur Auto-und Sachversicherung gehören. Darüber hinaus ist die Allianz auch in der Versicherung internationaler Konzerne, der Kreditversicherung sowie der Rückversicherung tätig. Mit der kürzlich eingerichteten Sparte der Allianz-Direct schärft das Unternehmen sein Profil im Zukunftssegment Digitalisierung. – Mit den Vermögensverwaltungssparten Allianz Global Investors und PIMCO gehört Allianz Asset Management mit zu den größten Firmen in der Welt. Im Vergleich mit der Versicherungssparte ist dies aber der deutlich kleinere Unternehmenszweig.

 

Die Zahlen

An dieser Stelle erscheinen normalerweise die Zahlen zu einer Aktie. Aufgrund der teilweise extremen Volatilität an den Märkten verzichten wir in diesem Fall auf die Darstellung, da sie in zwei/drei Tagen in völlig anderen Regionen sein können.

 

Dividenden

Betrachtet man die Dividendenhistorie der letzten 10 Jahre ergibt sich ein makelloses Bild. Lediglich in der globalen Finanzkrise 2008/2009 wird die Dividende kurzfristig gekürzt. Die Dividende wurde von 3,80 € im Jahr 2006 auf 9,60 € für das Jahr 2019 erhöht. Eine herausragende Steigerung!

SCS Div

Quelle: Allianz Investor Presentation

Und wie steht es um die Sicherheit der Dividende? Die Pay-Out-Ratio der Allianz lag in den letzten Jahren jeweils um die 50%, was einen großen Spielraum sowohl für weitere Erhöhungen als auch für Krisenzeiten lässt. Das Management um Oliver Bäte verfolgt ausrücklich eine shareholder-value freundliche Dividendenpolitik. Ziel der Allianz ist es, die Dividende jedes Jahr erhöhen zu können. Vor dem Hintergrund eines zumindest erwarteten weiteren Gewinnwachstums in den nächsten Jahren, dürfte einer Steigerung der Dividende damit nichts im Wege stehen. Die aktuelle Dividendenrendite mit 6,11% ist zudem für einen so soliden blue-chip Wert ziemlich hoch.

 

Stärken/Chanchen

Seit Jahren schaffte es die Allianz den Gewinn und Umsatz zu steigern, was insbesondere in einem Umfeld niedriger Zinsen, welches für Versicherungsunternehmen traditionell eine Schwierigkeit darstellt, eine beachtliche Leistung ist. Der Gewinn im Jahr 2019 betrug 11,9 Mrd. €. Die Allianz erwirtschaftet damit aktuell im Durchschnitt ca. 1 Milliarde Euro Gewinn pro Monat.

SCS 2019

Quelle: Allianz Investor Presentation

Darüber hinaus führt die Diversifikation des Konzerns mit den verschiedenen Versicherungssparten, dem  Bereich des Asset-Managements sowie der weltweiten Aufstellung zu einem sehr robusten und zumindest in Teilen krisenfesten Geschäftsmodell.

Asien/China – Das Engagement in Asien bietet ebefalls Chancen für die Zukunft. Schon allein wegen der Größe des chinesischen Marktes und einer immer stärker wachsenden Mittelschicht. Dieses Potenzial hat die Allianz erkannt und sieht in China einen Zukunftsmarkt. Dazu hat man eine Holding-Lizenz erworben, ein Joint Venture mit JD.com begründet, um Zugang zum digitalen Markt zu erhalten sowie eine 4%ige Beteiligung in Form eines Aktienpaketes von ca. 1 Mrd. Euro an dem chinesischen Versicherungsriesen Taikang Life Insurance erworben.

Quartalszahlen – Die kürzlich veröffentlichen Zahlen des Q4 2019 bzw. auch zum Gesamtjahr 2019 übertrafen mit dem erzielten Rekordgewinn die Erwartungen der Analysten. Das operative Ergebnis stieg um 3% auf 11,9 Mrd. Euro. Insbesondere die Sparte Lebens- und Krankenversicherung erzielte ein top Ergebnis und legte 13,4% zu. Nicht ganz optimal lief es dagegen in der Sparte Schaden- Unfallversicherung, die ein Rückgang von 11,9% verzeichnete. Für Einkommens-Investoren besonders wichtig und erfreulich ist die angekündigte Dividenden-Erhöhung um 7% von 9,00€ auf 9,60€. Darüber hinaus will die Allianz weitere eigene Aktien im Wert von 1,5 Mrd. Euro bis Jahresende zurückkaufen. Für 2020 ist ein operativer Gewinn im Bereich von bis zu 12,5 Mrd. Euro in der Spitze angepeilt.

SCS Outlook

Quelle: Allianz Investor Presentation

Digitalisierung – Zur Zeit befindet sich die Allianz in einer Phase des digitalen Wandels und Umbaus, der die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens sichern soll. Ende des Jahres 2019 ist man mit der Direktversicherungssparte Allianz Direct an den Start gegangen und hat auch eine großangelegte Werbekampagne u.a. mit Sprintstar Usain Bolt begonnen.

„Burggraben“ – Die Allianz hat aufgrund ihrer langen, erfolgreichen Geschichte einen sehr starken Markennamen und Kundenvertrauen im Bereich Versicherungen aufgebaut. Zudem erreicht die Allianz in unabhängigen Test von Versicherungen immer wieder Spitzenplätze.

 

Risiken

Auch ein  grundsolider Konzern wie die Allianz muss sich dem Wandel der Zeit anpassen und auf Markveränderungen reagieren können. Es ist bekanntermaßen kein Geheimnis, dass das absolute Niedrigzinsumfeld für Versicherungskonzerne nicht unbedingt förderlich ist.  Dazu kommt, dass eine signifikante Zinstrendwende nach oben  kurzfristig/mittelfristig nicht in Sicht ist. Auch wenn die Allianz bislang gut mit dem Niedrigzinsumfeld zurecht gekommen ist, bleibt ein Druck auf die Provisionen und Margen bestehen.

Im Bereich der Vermögensverwaltung ist seit Jahren ein Trend weg von aktiv gemanagten  Fonds hin zu ETFs und einer „automatisierten“ Verwaltung von Assets zu beobachten. Die Vermögensverwaltungssparte der Allianz hat sich die letzten Jahre positiv entwickelt, aber man sollte diesen Aspekt nicht aus den Augen verlieren.

Der tiefgreifende Wandel der Digitalisierung stellt nicht nur Chanen (siehe oben), sondern selbstverständlich auch Risiken dar. Es wird darauf ankommen, diesen Prozess von Managementseite gut auszuführen und die richtigen Weichen mit Nachdruck zu stellen, zumal die Allianz im Vergleich zu Wettbewerbern nicht unbedingt Vorreiter in Sachen Digitalisierung war.

Nicht zuletzt stellt auch das sich weltweit ausbreitende Corona-Virus ein Risiko dar. Die Höhe des Risikos ist aktuell kaum seriös einzuschätzen, aber da die Allianz bspw. auch in Italien, einem der bislang am stärksten betroffenen Länder vertreten ist, wird es höchstwahrscheinlich Auswirkungen geben. Ganz zu schweigen von dem Szenario, dass Italien als ganzes Land in finanzielle Schieflage gerät. Die Einschnitte, die das Corona Virus in das tägliche Leben und die Wirtschaft auslöst, sind in der jüngeren Geschichte beispiellos. Die panikartige Reaktion an den Börsen weltweit spiegelt dies wider. Die Macht der Zentralbanken scheint begrenzt und die Politik macht in Teilen dies und jenseits des Atlantiks nicht immer den Eindruck, in dieser Krise mit besonnener Führung voranzugehen.

 

Bewertung/Valuation

SCS Chart

Quelle: Mit freundlicher Genehmigung von MarketScreener.com

Nach den umfassenden Kursrückgägnen an den Märkten aufgrund der andauernden Corona-Krise, notiert die Allianz aktuell bei 157,90 €, weit unter dem Allzeithoch von 232 €. Das KGV liegt bei 8,49, einem Wert, der im Vergleich zur Peer-Group und Unternehmen wie AXA, Talanx oder Generali nicht auf eine Überbewertung hindeutet. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis ist mit 1,29 (2019) ebenfalls relativ niedrig. Sieht man sich die Dividendenrendite im historischen Durchschnitt der letzten Jahre seit 2006 an (Abb. siehe oben), ergibt sich ein Bild, dass auf keinen Fall für eine Überbewertung spricht. 

 

Fazit

Aus der Perspektive von Einkommens-Investoren ist die Allianz einer der interessantesten deutschen blue-chip Werte.  Das Unternehmen überzeugt insbesondere mit einer sehr soliden Dividendenhistorie sowie einer verlässlichen Dividendenpolitik. Im Bereich der Versicherungswerte hat die Allianz einen immens starken Markennamen und eine führende Stellung in Europa. Der Konzern beginnt mit seinem Engagement in Asien und dem Ausbau digitaler Produkte wie der Allianz-Direct sich auf die Zukunft einzustellen. Die vorhandenen Risiken werden unserer Meinung nach von den Chancen bei einem langfristigen Anlagehorizont deutlich übertroffen.

Das genaue Ausmaß der Corona-Krise, ist derzeit seriös kaum zu beziffern. Aufgrund der massiven, tiefgreifenden Einschnitte in das tägliche Leben und damit auch die Wirtschaft in fast allen Bereichen, erscheint es aber sehr wahrscheinlich, dass auch die Allianz Auswirkungen zu spüren bekommen wird. Dies kann sicherlich auch den Kurs noch weiter belasten. Wie tief es gehen wird, können wir natürlich nicht prognostizieren. Für uns zählt der Focus auf das einzelne Unternehmen und die Allianz gehört zu den Kernwerten des International Income Portfolios. Die Position wird bei Gelegenheit sukzessive ausgebaut.

 

Vielen Dank für den Besuch bei Dividende-um-Dividende!!

 

 

Hinweis:

Die vorgenannten Ausführungen stellen ausdrücklich keine! Kauf/Verkaufsempfehlung dar. Sie spiegeln lediglich unsere Meinung wider und sollen zur Anregung eigener Recherche dienen. -keine Anlageberatung-

Investments sind immer auch individuell zu betrachten und nicht jedes Investment passt zum Risikoprofil jeder Person.

Ich / wir sind in Allianz investiert.

Der Beitrag wurde mit der größtmöglichen Sorgfalt erstellt. Eine Gewähr für die Richtigkeit der Zahlen kann allerdings nicht übernommen werden.

 

 

 

 

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