In Fünf Schritten zur Investor-Karriere

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Investieren ist ohne Alternative!

Einigen von uns sind sicher noch die Zeiten in Erinnerung, in denen man als Sparer für sein Geld auf dem Sparbuch oder Fest-/Tagesgeld „ordentliche“ Zinsen zwischen 3%-5% bekam. Alternativ gab es früher die sicheren Bundesanleihen mit ebenfalls annehmbaren Zinsen. Zum Laufzeitende der Anleihe wurde dann der Anlagebetrag zu 100% garantiert zurückgezahlt. Zwar unterlagen die Anleihen auch den Marktschwankungen und es gab in einigen Jahren mal höhere, dann mal etwas niedrigere Zinsen. Aber Alles in Allem konnte ein fleißiger Sparer, insbesondere bei Wiederanlage der Zinsen, langfristig ein „kleines“ Vermögen aufbauen ohne ein größeres Risiko einzugehen.

Diese Zeiten sind bekanntlich schon seit Jahren vorbei. Und aller Wahrscheinlichkeit nach wird sich das mittelfristig auch nicht ändern. Die meisten Länder und Regierungen sind „heilfroh“ über das absolute Niedrigzinsniveau um für ihre riesigen Staatsschuldenberge möglichst wenig Zinsen bezahlen zu müssen. Dementsprechend werden sie auf die Zentralbanken mit den unterschiedlichsten Begründungen und verschiedensten Mitteln Druck ausüben, die Zinsen nicht signifikant zu erhöhen. Dieses „Schauspiel“ kann man z.B. in den USA als auch in Europa beobachten. In Japan tendieren die Zinsen sowieso seit Jahrzehnten so gut wie gegen Null. Also:

 Investieren und das Geld für sich arbeiten lassen!

Teilweise hört man das Argument: „Wenn ich mein Geld einfach auf dem Sparbuch oder Tagesgeldkonto lasse, bekomme ich zwar so gut wie Nichts, aber es ist sicher und ich kann kein Geld verlieren.“ – Falsch!

Die Inflation wird stetig und unerbittlich an dem hart Ersparten nagen. Und das Trügerische daran ist, dass rein optisch auch nach Jahren immer noch der selbe Betrag auf dem Konto steht. Die Kaufkraft, also das was man für sein Geld als Gegenwert bekommt, ist allerdings drastisch geschrumpft, wenn man einen langen Zeithorizont betrachtet. So hat z.B. ein Vermögen von 100.000 € bei einer durchschnittlich angenommenen Inflation von ca. 2% nach 20 Jahren nur noch eine Kaufkraft von ca. 67.000 €. Für eine „sichere“ Sparbuchanlage ist ein Minus von ca. 33.000 € in 20 Jahren unserer Meinung nach absolut nicht erstrebenswert.

Als Ergebnis bleibt festzuhalten, dass es keine Alternative zum Investieren gibt wenn man nicht zumindest teilweise Geld verlieren will. Natürlich ist kein Investment komplett ohne Risiko, aber durch sorgfältige Auswahl der jeweiligen Geldanlage und einen langen Zeithorizont kann das Risiko weitestgehend minimiert werden. Nur mit Investieren kann man vom „magischen“ Zinses-Zins-Effekt profitieren.

 

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Der Zinseszinseffekt ist das achte Weltwunder. Wer ihn versteht, verdient daran, alle anderen bezahlen ihn.“ 
(Albert Einstein)

 

 

 

 

Wo und Wie anfangen?

„Eigentlich müsste ich mich mal um meine Geldanlage und Altersvorsorge kümmern, aber…“ Wahrscheinlich kennt das jeder von uns, es gibt manchmal die verschiedensten Bereiche, in denen man notwendiges Handeln gerne aufschiebt.

Bei der Geldanlage und Altersvorsorge kann längeres Aufschieben allerdings ziemlich teuer werden. Im Folgenden wollen wir aufzeigen wie man beispielsweise beginnen könnte und dass es weder größeren Aufwand, noch viel Startkapital oder ein hohes monatliches Einkommen erfordert. Insbesondere für diejenigen, die ihre Geldanlage selbst in die Hand nehmen wollen und es in erster Linie nicht einem Bankberater oder Fondsmanager überlassen möchten, könnten nachfolgende Schritte zum Start hilfreich sein.

 

– In wenigen Schritten zur Investor-Karriere –

 

1. Passende Strategie finden

Es gibt die unterschiedlichsten Strategien im Bereich der Aktienanlage und keine ist per se besser als die andere. Die Ausführung ist entscheidend, denn viele Wege führen nach Rom! – Es kommt darauf an, die individuell passende Strategie zu finden, Stichwort Risikoprofil, eigene Fähigkeiten und die zu verfügung stehende Zeit zu berücksichtigen. Wichtig ist, die Strategie dann auch sorgfältig und konsequent durchzuführen und nicht „hin und her“ zu wechseln.

Wer aus welchen Gründen auch immer kaum Zeit für die eigenen Finanzen hat, für den kommen am ehesten breit gefächerte ETFs (Exchange Traded Funds) oder auch Fonds in Betracht. Wer etwas tiefer einsteigen will und die Vorteile von direkten Investments in Unternehmensanteile genießen möchte, für den sind Aktien von Qualitätsunternehmen ein guter Weg.

Ganz ohne Strategie bleiben die Geldanlage bzw. die Investments Stückwerk mit Glücksfaktor. Man sollte sich vor! einer Investition klarwerden, was man damit erreichen will und welches konkrete Ziel man verfolgt. Beispielsweise das Ziel, regelmäßige Erträge zu erwirtschaften oder Kursgewinne zu erzielen etc.

Wir verfolgen die Dividenden-Wachstums-Strategie, weil sie zu unseren persönlichen Fähigkeiten und Risikoprofil am besten passt. An dieser Stelle wollen wir der Übersichtlichkeit halber aber nur die Grundzüge unserer Strategie darstellen.

Die Aufnahme eines Wertes in das International Income Portfolio erfolgt erst nach intensiver Recherche und Beobachtung des Unternehmens. Wesentliche Kriterien sind unter anderem ein solides Geschäftsmodell (bevorzugt mit Burggraben), die Sicherheit der Dividende und deren Historie, das Dividendenwachstum sowie ein shareholder-value orientiertes Management.

Analyse-Kriterien:

  • Dividenden-Rendite bevorzugt im Korridor von 3,5%-6,5%
  • Solide Dividenden-Historie über die letzten 10 Jahre, u.a. eine signifikante Dividenden-Wachstumsrate
  • Wie verhält sich das Unternehmen in einer Krise – erfolgt eine Dividendenkürzung bei ersten Anzeichen von Schwierigkeiten?
  • Pay-Out-Ratio zwischen 40%-75% (mit Ausnahme von REITs und BDCs)
  • Nachhaltiges Gewinnwachstum und gute Zukunftsaussichten des Geschäftsmodells
  • KGV Historie und Vergleich mit Wettbewerbern
  • Management shareholder value orientiert
  • free cash flow sowie Verschuldungsgrad
  • Sicherheitsmarge

Bei der Bewertung werden diese Kriterien allerdings nicht starr angewendet.  Wenn ein top Unternehmen bei ein oder zwei dieser Kriterien etwas abweicht, fällt es nicht automatisch aus dem Raster.

Entscheidend ist das Gesamtbild, welches sich aus der Analyse eines Unternehmens ergibt.

Ziel ist es, ein ausbalanciertes Portfolio aufzubauen, welches auch Krisenzeiten durchstehen kann und bereits jetzt einen verlässlichen Ertrag generiert, der eine überdurchschnittliche Rendite aufweist und in Zukunft auf steigende Dividenden bauen kann.

Das Portfolio ist grundsätzlich für einen sehr langen Zeithorizont ausgerichtet, was aber nicht bedeutet, dass die Zusammensetzung in Stein gemeißelt ist. Ein weiterer Ausbau des Portfolios ist vorgesehen und ein kontinuierliches Monitoring der enthaltenen Werte garantiert, dass auf mögliche Veränderungen zeitnah reagiert werden kann.

Über die Dividenden-Strategie hinaus gibt es selbstverständlich auch andere (erfolgsversprechende) Strategien. Eine Value-Strategie (z.B. unterbewertete Aktien zu erwerben) oder eine Growth-Strategie (z.B. frühzeitiges Erkennen von Trends und Erwerb von Anteilen solcher Zukunftsunternehmen) ist natürlich auch geeignet, Vermögen aufzubauen.

 

2. Übersicht über das eigene Budget

Grundsätzlich sollte man relativ genau über seine monatlichen Einnahmen und Ausgaben sowie sonstigen Vermögenspositionen Bescheid wissen. Insbesondere welchen Betrag man regelmäßig für Investments zur Verfügung hat. Im Gegensatz zu früher ist es heute mühelos möglich mit einer der vielen Budget-Apps seine Einnahmen und Ausgaben zu „tracken“, um ein detailliertes Bild zu haben, wo das hart verdiente Geld bleibt. Dies ist auch der erste Schritt zum Sparen mit System. Dazu gehört beispielsweise auch, dass man den monatlich verfügbaren Sparbetrag am Anfang des Monats (oder dann wenn das Gehalt eingeht) auf das Investment Konto überweist, und nicht nur das spart, was (mehr oder weniger zufällig) am Monatsende übrig bleibt. Stichwort: „pay yourself first“.

In Bezug auf die Höhe eines sinnvollen (monatlichen) Investitionsbetrages gibt es keine Ober- oder Untergrenze. Manchmal hört man Einwände wie „ich habe ja gar nicht das nötige Kapital, um zu investieren, das ist doch eher etwas für Reiche“ oder „mit meinen kleinen Beträgen lohnt es sich eh nicht“. – Wir halten das für falsch! –

Es lohnt sich immer zu investieren und wenn es auch zu Beginn nur ein ganz kleiner Betrag ist. Viele haben „klein“ angefangen. Selbst mit 25€ im Monat kann man bspw. schon einen Sparplan abschließen und Unternehmensanteile erwerben. Ist bereits ein Startkapital vorhanden, empfiehlt es sich in mehreren Teilschritten zu investieren, um vom cost-average Effekt zu profitieren und auch, um Erfahrungen zu sammeln. Darüber hinaus gilt: Je früher man anfängt, desto besser. Nachhaltiges Investieren ist in der Regel auf einen langfristigen Zeithorizont angelegt.

 

3. Broker / Bank wählen

Sofern man noch über kein Depot verfügt, empfiehlt sich die Eröffnung bei einer Bank/Online Broker. Dies ist mit wenigen „Klicks“ und anschließendem Identifizierungsverfahren bei vielen Anbietern möglich. Die Anbieter unterscheiden sich bei allgemeinen Gebühren, der Vielfalt der Handelsmöglichkeiten, den Kosten für einzelne Transaktionen und der Menüführung. Dies klingt allerdings komplizierter als es ist.

Zum Einen gibt es im Internet viele Vergleichsportale und Testberichte und zum Anderen sind wir der Meinung, dass man mit den Online-Angeboten der größeren Banken nichts falsch machen kann. Individuell prüfen, ob das jeweilige Angebot zum eigenen Profil passt. Für erfahrene Anleger, die evtl. auch in Unternehmensanteile oder ETFs investieren möchten, die über deutsche Broker nicht handelbar sind, oder die besondere Steuervorteile realisieren wollen, kommen auch spezielle ausländische Broker in Betracht.

 

4. Informationsquellen

Auch wenn Deutschland nicht gerade für seine Aktienkultur bekannt ist, gibt es eine Fülle von Möglichkeiten, Informationen zu einzelnen Unternehmen, ihren Zahlen, Aktienkursverläufen, Dividenden etc. zu erlangen. Dies gilt natürlich auch für Infos zum allgemeinen Marktgeschehen und Infos speziell für Einsteiger. Als Quellen dienen u.a. die folgenden Bereiche, zu denen wir jeweils einige Beispiele anführen. Die genannten Finanz-Seiten/Tools nutzen wir auch für unsere eigenen Recherchen. Die Aufzählung hebt die für uns wichtigsten Tools hervor und stellt dabei eine Momentaufnahme dar, die keinesfalls abschließend ist.

 

  •  Printmedien wie Zeitungen und Börsenmagazine

Handelsblatt, Wirtschaftswoche, Focus Money, Capital, Frankfurter Allgemeine

 

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  •  Online Finanz Informationsseiten

1) Recherche: MarketScreener.com, finanzen.net, onvista.de, finanzen100.de, gurufocus.com,  marketbeat.com,  dividend.com,  zacks.com,  finviz.com,  nareit.com,

2) Nachrichten: finanznachrichten.de,  cnbc.com,  marketwatch.com

3) Analysen/Recherche: seekingalpha.com (herausragende Seite für Dividenden Investoren und den REIT-Sektor),  suredividend.com (ebenfalls eine top Analyse-Seite für Dividenden Investoren) fool.com, fool.de, boerse-online.de, thestreet.com, alleaktien.de

 

  • Finanz-Blogs

Im Bereich der Finanz-Blogs gibt es eine unzählige Auswahl guter Seiten, sowohl von deutschen als auch internationalen Investoren, die Ihre Investmentstrategie-/ Entscheidungen inklusive Portfolio darstellen. An dieser Stelle soll keine komplette Blogroll, sondern nur eine wirklich kleine Auswahl an Blogs dargestellt werden, die wir regelmäßig verfolgen. – dividendhawk.blogspot.com, rente-mit-dividende.de, divantis.de, mission-cashflow.de, divgro.blogspot.de, dividendenfluss.de

 

  •  Social Media wie Facebook Aktien-Gruppen, Youtube- oder Instagram Kanäle

Ebenfalls nur eine kleine Auswahl aus der riesigen Anzahl an Seiten und Kanälen: Facebook Gruppen wie Einkommensinvestoren, Dividendenstrategie, Aktien mit Kopf sowie  Dividendenfluss

oder

Instagram-Kanäle wie dividente, finanzkroko, $haredevilbeamteninvestor

 

  •  Klassisch der Bankberater

es gibt gute und schlechte Berater…

 

Gerade für Einsteiger empfiehlt es sich darüber hinaus ein oder mehrere Musterdepots und Watchlists auf einem Online-Finanzportal kostenlos anzulegen, um Erfahrung zu sammeln und ein Gefühl für das Investieren zu bekommen.

 

5. Loslegen

Wenn man sich entschieden hat die Finanzen in die eigene Hand zu nehmen und man sich etwas vorbereitet hat, gilt es, keine Zeit zu verlieren und mit dem Investieren zu beginnen. Je früher man im Leben anfängt, desto mehr Zeit hat der „magische“ Zinses-Zins Effekt, um zur vollen Geltung zu kommen. Diesen Faktor sollte man auf keinen Fall unterschätzen oder klein reden. Man sollte es nicht aufschieben oder sich von der eventuell bestehenden Sorge über mögliche Verluste abhalten lassen.

Das größte Risiko für die eigenen Finanzen ist es, einfach nichts zu tun.

 

Wir wünschen Euch gutes Gelingen und viel Erfolg beim Start Eurer Investor-Karriere!

 

 

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Vielen Dank für den Besuch bei Dividende-um-Dividende !

 

 

Hinweis

Die vorgenannten Ausführungen stellen ausdrücklich keine! Kauf/Verkaufsempfehlung dar. Sie spiegeln lediglich unsere Meinung wider und sollen zur Anregung zu eigener Recherche dienen. -keine Anlageberatung-

Investments sind immer auch individuell zu betrachten und nicht jedes Investment passt zum Risikoprofil jeder Person.

Der Beitrag wurde mit der größtmöglichen Sorgfalt erstellt. Eine Gewähr für die Richtigkeit der Zahlen kann allerdings nicht übernommen werden.

 

 

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