BASF

Posted by div2div on 21. Dezember 2019 in Aktien

Dividenden Investment Idee

 

 

SCS BASF LOGO

Quelle: Pixabay

 

Unternehmensprofil

BASF wurde bereits im Jahr 1865 von Friedrich Engelhorn in Mannheim als Badische Anilin & Soda Fabriken AG gegründet. BASF ist eines der weltweit führenden Chemieunternehmen mit einem Jahresumsatz von 62,7 Mrd. Euro (2018). Das von CEO Martin Brudermüller geleitete Unternehmen beschäftigt insgesamt ca. 120.000 Mitarbeiter an verschiedenen Standorten (ca. 390) in der Welt. Der Firmensitz befindet sich in Ludwigshafen/Deutschland. Seit Januar 2019 fasst BASF seine Geschäftsbereiche zu folgenden sechs Segmenten zusammen:

  • Chemicals – 2,42 Mrd.€ Umsatz im Q3 2019
  • Materials – 2,89 Mrd.€ Umsatz im Q3 2019
  • Industrial Solutions – 2,13 Mrd.€ Umsatz im Q3 2019
  • Surface Technologies – 4,00 Mrd.€ Umsatz im Q3 2019
  • Nutrition & Care – 1,51 Mrd.€ Umsatz im Q3 2019
  • Agricultural Solutions – 1,56 Mrd.€ Umsatz im Q3 2019

Darüber hinaus ist BASF mit der Unternehmenstochter Wintershall auch im Bereich Förderung, Transport und Vertrieb von Öl und Gas tätig. Im Frühjahr 2019 wurde  bekannt gegeben, dass die Fusion von Wintershall mit der DEA abgeschlossen sei.  BASF plant, Wintershall als eigenständiges Unternehmen abzuspalten und im zweiten Halbjahr 2020 an die Börse zu bringen.

 

Daten & Zahlen

 

SCS Zahlen BASF

Stand: 21.12.2019

 

 

Dividenden

 

SCS Div Historie BASF

Quelle: Homepage BASF – Dividende pro Aktie in Euro

 

 

Die Dividendenhistorie der letzten 10 Jahre kann man definitiv als solide bezeichnen. Kontinuierliche Erhöhungen von 1,70€ im Jahr 2009 auf 3,24€ (erwartet) im Jahr 2019. Davor, während der globalen Finanzkrise 2008/2009 wurde die Dividende allerdings kurzzeitig gekürzt. Die Dividendenerhöhungen der letzten Jahre seit 2015 fielen mit jeweils 0,10€ nicht allzu üppig aus, wobei positiv zu berücksichtigen ist, dass BASF trotz eines deutlichen Gewinnrückgangs im Jahr 2019 nicht an der Dividende gerüttelt hat. Die Pay-Out Ratio ist aufgrund des Gewinnrückgangs auf 81% gestiegen und damit etwas grenzwertig, aber knapp noch im grünen Bereich. Die grundsätzliche Dividendenpolitik von BASF sieht vor, die Dividende jedes Jahr zu erhöhen, mindestens jedoch stabil zu halten. Die aktuelle Rendite von 4,81% ist substantiell und liegt über dem Durchschnitt der letzten 10 Jahre.

 

Stärken/Chancen

Eine der Stärken von BASF ist sicher die Diversifikation über verschiedenste Geschäftsbereiche. Das Segment Chemicals, als ein Kernbereich von BASF, stellt Basischemikalien her, die sowohl intern als auch in weiten Teilen der Industrie Anwendung finden. Solche chemischen Produkte werden auch in Zukunft immer benötigt werden, wodurch BASF mit mehr oder weniger stabiler Nachfrage rechnen kann. Aber auch in dem Bereich Surface Technologies, zu dessen Portfolio z.B. Lacke, Katalysatoren und innovativen Batteriematerialien für die Automobil- und die chemische Industrie gehören, ist BASF stark vertreten und strebt auch dort eine Führungsrolle an.

Bei einem EU-Gigafactory Projekt will BASF u.a. neben Firmen wie Varta und BMW mit von der Partie sein. BASF sieht große Chancen im Bereich des Zukunfts-Geschäfts mit Elektroautos.

„Batteriematerialien für Elektromobilität sind ein riesiger Chemiemarkt, der im Moment entsteht“, so der Vorstandsvorsitzende Martin Brudermüller. Derzeit prüft BASF, ob sie den Standort Schwarzheide/Deutschland ausbauen, auch vor dem Hintergrund, dass der US-Autokonzern Tesla in Brandenburg eine große Fabrik errichten will.

China – Darüber hinaus hat BASF sein Engagement in Asien deutlich ausgebaut, wodurch sich unserer Meinung nach große Wachstumschancen ergeben. Im südchinesischen Guangdong investiert BASF ca. 10 Mrd. US-Dollar in einen neuen großen Produktionsstandort. Das Verbundprojekt soll technische Kunststoffe und thermoplastisches Polyurethan produzieren, um u.a. von dem boomenden südchinesischen Markt zu profitieren. Von 2022 an soll die Anlage ca. 60.000 Tonnen im Jahr produzieren, welche für die steigende Nachfrage in den Geschäftsfeldern Auto, Elektromobilität und Elektronik benötigt werden.

 

SCS China BASF

Quelle: BASF Investor Presentation

 

 

Indien – In Indien plant BASF ebenfalls größere Investitionen und den Bau von Produktionsanlagen mit verschiedenen Partnern, wie dem indischen Mischkonzern Adani, dem Ölkonzern Abu Dhabi National Oil Company und dem österreichischen Kunststoffhersteller Borealis.

Q3 2019 – Im abgelaufenen Q3 konnte BASF mit besser als erwartet ausgefallenen Zahlen überraschen, nachdem in den Monaten zuvor mehrfach Gewinnwarnungen verkündet werden mussten. Grund war insbesondere das schwierige weltweite Marktumfeld. Der Umsatz im Q3 2019 betrug 15,23 Mrd.€ im Vergleich zu 15,60 Mrd.€ im Q3 2018. Das Ergebnis nach Steuern kam auf 935 Mio. €, einem Minus von 26% zum Vorjahreszeitraum, wobei mit noch deutlicherem Rückgang gerechnet worden war. Aus Sicht von BASF war insbesondere die Entwicklung im Agrargeschäft und im Bereich der Surface Technologies positiv. Das nachfolgende Diagramm zeigt die Cashflow Entwicklung von BASF seit dem Jahr 2012.

 

SCS Cashflow BASF

Quelle: BASF Investor Presentation

 

Der für 2020 geplante Börsengang der BASF Tochter Wintershall könnte als weiterer Impulsgeber für das Unternehmen dienen, vorausgesetzt die Öl- und Gaspreise fallen nicht allzu drastisch.

 

Risiken

BASF gehört zu den Unternehmen, die man als Zykliker bezeichnet, da ihre Geschäfte u.a. auch von den großen gesamtwirtschaftlichen Wellenbewegungen abhängig sind. BASF stellt viele chemische Grundstoffe und andere Produkte her, die von den verschiedensten Industrieunternehmen weiterverarbeitet werden. Gerade in Zeiten einer sich abkühlenden Weltkonjunktur oder Rezession, muss BASF mit einer sinkenden Nachfrage rechnen. Als Beispiele sind der Handelskonflikt zwischen den USA und China, oder auch die schwächelnde Autoindustrie zu nennen, die mitunter zu dem deutlichen Gewinnrückgang bei BASF im Jahr 2019 geführt haben. Dieses Risiko zeigt sich ebenfalls bei dem deutlichen Preisrückgang für TDI-Produkte, dessen Auswirkungen BASF zu spüren bekam. 2015 hatte BASF eine 300.000 Tonnen Kapazitäts-Anlage in Ludwigshafen für Toluoldiisosyamat (TDI) eröffnet. TDI ist Ausgangsstoff für Spezialkunststoff Polyurethan und kommt u.a. als elastische Schäume für Matratzen oder Holzbeschichtungen sowie bei Sitzpolstern in der Autoindustrie zum Einsatz. Über die Tocher Wintershall ist BASF zudem dem Risiko fallender Öl- und Gaspreise ausgesetzt. Die ganz aktuell beschlossenen Sanktionen der USA gegen die am Gaspipeline Projekt Nordstream 2 beteiligten Firmen, ist auch für BASF nicht von Vorteil.

Auf all diese Faktoren hat BASF als Unternehmen mehr oder weniger keinen Einfluss, wodurch das Risiko für die Firma schwer zu kalkulieren ist.

 

Valuation/Bewertung & Chart

SCS Chart BASF

Quelle: Mit freundlicher Genehmigung von MarketScreener.com

Durch den deutlichen Gewinnrückgang liegt das KGVe für 2019 bei 15,97. In den Jahren 2017 und 2018 lag es dagegen noch etwas niedriger bei 13,86 und 11,78. Das KBV beträgt derzeit 1,51.

Im Vergleich mit Konkurrenten wie Covestro (2019e KGV von 13,8) und Air Liquide (2019e KGV von 26) weist das KGV von BASF nicht darauf hin, dass die Aktie auf derzeitigem Niveau sehr teuer wäre. Der Gewinnrückgang und der Umstrukturierungsprozess dürften schon im Kurs eingepreist sein. 

Die aktuelle Dividenden-Rendite von 4,81% ist im Vergleich des Durchschnitts der letzten 10 Jahre signifikant höher, was zumindest aus diesem Blickwinkel nicht auf eine Überbewertung hindeutet. Insgesamt sehen wir BASF im Moment als eher fair bewertet an.

 

Fazit

Im Bereich der zyklischen Aktien gehört BASF mit zu den verlässlichsten Dividendenzahlern. Die prozentualen Div-Steigerungsraten sind in den letzten Jahren zwar eher klein gewesen, aber vor dem Hintergrund eines schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfeldes muss man BASF hoch anrechnen, dass sie auch in solchen Zeiten an ihrer umsichtigen Dividendenpolitik festhalten.

Die Zukunftsaussichten sehen wir grundsätzich eher positiv. Insbesondere das Engagement in China aber auch in Indien bietet aufgrund der riesigen Märkte viele Chancen. Dies gilt auch für den Zukunftsmarkt der E-Mobilität, auch wenn der Aufbau von Kapazitäten in diesem Geschäftsfeld laut Konzernführung kostenintensiv ist. Der doch recht deutliche Gewinnrückgang im Jahr 2019 hat den Spielraum für weitere Dividendenerhöhungen kurz-/mittelfristig sicherlich etwas eingeschränkt. Die Herausforderungen vor denen BASF steht, dürften allerdings im aktuellen Kurs bereits zu großen Teilen eingepreist sein, da sie seit längerem bekannt sind. Das Risiko einer sich weiter abkühlenden Weltkonjunktur und eines möglicherweise fallenden Öl- und Gaspreises sollte man aber zumindest im Blick behalten.

Wie schnell BASF die Umstrukturierung meistert ist schwer abzuschätzen, aber dass BASF in der Lage ist, sich in einem verändernden Umfeld anzupassen hat der Konzern in seiner über 100-jährigen Historie eindruckvoll bewiesen. Ganz aktuell hat BASF bekannt gegeben, dass die Sparte Bauchemie für 3,17 Mrd. € an den US-Investor Lone Star verkauft wird.

BASF ist eine deutsche Industrie-Ikone mit einem Burggraben u.a. durch den Markennamen und die unzähligen Netzwerkbeziehungen in der Industrie aufgrund seiner langen Unternehmensgeschichte.

Insgesamt sehen wir für Einkommen-Investoren auf diesem Niveau mehr Chanchen als Risiken und in BASF einen verlässlichen Dividendenzahler.

 

Vielen Dankk für den Besuch bei Dividende-um-Dividende!

 

 

Hinweis

Die vorgenannten Ausführungen stellen ausdrücklich keine! Kauf/Verkaufsempfehlung dar. Sie spiegeln lediglich unsere Meinung wider und sollen zur Anregung eigener Recherche dienen. 

Investments sind immer auch individuell zu betrachten und nicht jedes Investment passt zum Risikoprofil jeder Person.

Ich / wir sind in BASF investiert.

Der Beitrag wurde mit der größtmöglichen Sorgfalt erstellt. Eine Gewähr für die Richtigkeit der Zahlen&Daten kann allerdings nicht übernommen werden.

 

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