AT & T – mit HBO MAX in eine goldene Zukunft?

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Ausgangssituation

Nachdem AT & T jahrelang auf Grund seiner sicheren Dividende defacto dem Status einer Anleihe ähnelte, verlor ein Teil der Aktionäre ab 2015 das Vertrauen in das Unternehmen. Grund dafür waren neben harten Preiskämpfen im Kerngeschäft die fehlenden Wachstumsaussichten. AT & T hatte als Telekommunikationsanbieter zwar eine enorme Anzahl an Vertragskunden, wurde aber von Konkurrenten, allen voran T-Mobile USA, immer öfter mit günstigeren Angeboten attackiert und sah sich einem stärker werdenden Wettbewerb ausgesetzt. 2015 wagte sich AT & T mit der Akquisition des Fernsehsatellitenbetreibers und Pay-TV-Anbieters DirecTV in das Medien- und PayTV-Geschäft vor. Ein erster Schritt, sich neben dem klassischen Kerngeschäft neue Geschäftsfelder zu erschließen. DirecTV war zu diesem Zeitpunkt der größte PayTV-Anbieter der Welt und wird in den Ländern USA, Kanada und in Lateinamerika angeboten. Ende 2016 kündigte AT & T dann die Übernahme des Mediengiganten TimeWarner zum Preis von 85,4 Milliarden US-Dollar an. Rechnet man die Schulden von TimeWarner in den Kauf mit ein, summierte sich der Gesamtwert der Übernahme 2016 auf geschätzte 109 Milliarden Dollar. In der Folge gab der Aktienkurs aufgrund dieser hohen Übernahmekosten sowie zusätzlich durch Bedenken der US-Wettberwerbshüter nach. Man befürchtete, AT & T könne die Preise für den TimeWarner-Content massiv erhöhen oder anderen Plattformen dafür die Lizenz entziehen und damit Nachteile für den Endverbraucher erwirken. Daher klagte die US-Regierung Ende 2017 gegen die Übernahme durch AT & T. Nach einer ersten Entscheidung zu Gunsten von AT & T entschied auch das Berufungsgericht, dass AT & T den Mediengiganten TimeWarner ohne Auflagen übernehmen darf.  Im Ergebnis stieg die Verschuldung im Zuge der Übernahme auf 170 Milliarden Dollar an, was den Aktienkurs  nachhaltig belastete. 

 

WarnerMedia / HBO Max

Im weiteren Verlauf der Übernahme wurde TimeWarner und das dazugehörige Konglomerat u. a. bestehend aus Warner Brothers, New Line Cinema, HBO, CNN, Comedy Central, DC Entertainment, Looney Tunes und TNT in WarnerMedia umbenannt. 

Mit den Warner Brothers Studios hat AT & T ein echtes Hollywood-Schwergewicht im Programm, welches auf eine Historie von knapp 116 Jahren zurückblicken kann und über die letzten Jahrzehnte für viele Kino-Blockbuster verantwortlich zeichnet. Hinzu kommen die überaus erfolgreichen Serienproduktionen von HBO, allen voran Game of Thrones, True Detective oder West World. Darüber hinaus liefert DC Universe mit seinem Superhelden-Universum rund um Batman, Superman, Wonder Woman, Watchmen, Green Lantern, Aquaman, Black Adam u. v. a. zusätzlich einen gigantischen Content für viele spannende Storyboards. 

 

 

Logo HBO Max

Quelle: HBO Homepage

 

Gestärkt durch diesen Content kündigte AT & T Ende 2018 den Start einer neuen Streaming-Plattform an. Der Name der neuen Streaming-Plattform leitet sich von dem zu WarnerMedia gehörenden Pay-TV Sender „Home Box Office“ (HBO) ab und geht als HBO Max an den Start. HBO Max wurde Ende Oktober 2019 auf dem historischen Gelände der Warner Brothers Studios in Burbank/Kalifornien den Investoren und der dort versammelten Wirtschaftspresse vorgestellt. HBO Max soll bis zu 10.000 Stunden Videomaterial zur Verfügung stellen und wird zusätzlich durch verschiedene neue Produktionen aus dem DC Universum, Spin Offs der Game of Thrones-Saga und diversen Warner Brothers-Exklusivproduktionen ergänzt. Dafür wurden namhafte Regisseure wie u. a. Zack Snyder und J. J. Abrams verpflichtet. Der hier aufgeführte Content soll durch  weitere Angebote ergänzt werden. Es ist geplant, dass HBO Max ab dem Frühjahr 2020 für 14,99 $ im Monat an den Start geht.

Mit diesem Schritt wagt sich AT & T immer weiter in die Medienlandschaft vor und will dadurch neue Wachstumsimpulse zu setzen. 

 

Die Konkurrenz

…. schläft nicht! HBO Max drängt zu einer Zeit in den Markt, in welcher Netflix und Amazon Prime sich bereits seit einigen Jahren fest als Streaming-Anbieter etabliert haben und über Millionen von treuen Abonennten verfügen. Sowohl Netflix als auch Amazon Prime bieten eine Unmenge an eigenen Serien- und Filmproduktionen an und sind in diesem Bereich Pioniere und fest im Geschäft etabliert. Hinzu kommt, dass  bereits im Vorfeld zur Ankündigung von HBO Max sowohl Apple als auch der Walt Disney Konzern den Start einer eigenen Streaming-Plattform präsentierten. 

APPLE TV +

LOGO Apple TV

Quelle: Apple.com

 

Mit dem Apple-Konzern hat ein finanzielles Schwergewicht die Bühne betreten. Allein die gigantischen Cashreserven, welche Apple über all die Jahre angehäuft hat, lassen erahnen, welche Möglichkeiten Apple bei der Produktion von eigenem Streaming-Content hat. Allzu viel über die geplanten Inhalte ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht verlässlich bekannt. Erste Tester berichten über wenig neuen Inhalt gegenüber dem klassischen Apple TV. Apple hat angekündigt, sein Streaming-Programm zukünftig verstärkt durch eigene Produktionen auszubauen. Dies wird natürlich erst einmal Zeit in Anspruch nehmen und daher sind aktuell eigene Titel eher unterrepräsentiert. Aber man darf gespannt sein, wie Apple sein enormes Finanzpolster hier zum Einsatz bringen wird. Zumindest wurden bereits namhafte Hollywood-Schauspieler wie u. a. Jennifer Aniston, Steve Carrell oder Jason Momoa für Produktionen verpflichtet. Apple ruft für Apple TV + einen Kampfpreis von 4,99 $ pro Monat auf und ist somit um 10,00 $ günstiger als HBO Max.

 

Disney +

Logo Disney+

Quelle: Disney Homepage

 

Neben HBO Max drängt ab dem Frühjahr 2020 die Walt Disney Company mit Disney + auf den Streaming-Markt. Im Gepäck hat Disney + natürlich das gesamte Film- und Fernsehrepertoire der fast einhundertjährigen Geschichte der Walt Disney Company und liefert damit ähnlich viel Content wie die Warner Brothers Studios. Die Pixar-Studios, welche für viele animierte Trickfilme wie Findet Nemo, Dorie, Toy Story, Monster AG usw. verantwortlich sind, gehören neben dem Dokumentarsender National Geographic zum Angebot von Disney +. Darüber hinaus verfügt die Walt Disney Company nach dem Kauf der Star Wars Rechte 2012 von George Lucas über eine Marke, welche Ihresgleichen sucht. Allein das Story-Universum liefert einen gigantischen Content an Figuren und Geschichten, mit welchen sich zahlreiche neue Spin Offs, seien es Filme oder Serien, generieren lassen.

Des Weiteren kann die Walt Disney Company mit dem Kauf von Marvel Comics bzw. den Marvel Studios ebenfalls auf einen extrem großen Superhelden-Content zurückgreifen, welcher bereits in mehreren Kinoproduktionen zu den Avengers, den Guardians of the Galaxy, den X-Men und den Iron Man-Filmen sehr erfolgreich zu Geld gemacht wurde. Genau wie bei Star Wars liefert auch dieser Content unglaublich viele Möglichkeiten, in Filmen bzw. Serien weiter adaptiert zu werden. Insgesamt soll das Angebot zum Start von Disney + über 600  Filme und Serien umfassen, welche kontinuierlich ausgebaut werden sollen.  Disney + startet ebenfalls mit einem sehr niedrigen Preis von 6,99 $ und liegt damit wie Apple TV + deutlich unter dem Startpreis von HBO Max. 

 

Fazit

Es bleibt spannend, wie sich der Start von HBO Max auf das zukünftige Wachstum von AT & T auswirken wird. Die Präsentation von HBO MAX und auch die Preisgestaltung wurde von den Finanz-Medien bisher jedenfalls eher positiv aufgenommen. Der umfassende und qualitativ hochwertige Inhalt von HBO lässt den Preis von 14,99 US $ als realistisch erscheinen. Gerade die vorhandene historische Filmbibliothek  von Warner Brothers in Verbindung mit dem Content von HBO liefern von Beginn an sehr viel Film- und Serieninhalt. Darüber hinaus bietet das DC Universum großes Potential für einen ähnlichen Erfolg, welchen die Walt Disney Company mit den Adaptionen zu den Marvel Figuren hat. Aktuell beweist DC Universe mit der Neuverfilmung des Jokers, dass man das Potential durchaus auszuschöpfen vermag. Der Joker ist aktuell die erfolgreichste jemals verfilmte Comic-Adaption, was uns für zukünftige Neuverfilmungen sehr positiv stimmt. 

Unter Anderem auf Grund vergleichbarer Produkte schätzen wir aktuell Disney + als den stärksten Konkurrenten für HBO Max ein.

Unserer Meinung nach ist AT & T auf dem Weg zu einem globalen Medien-  und Telekommunikationsgiganten mit dem Streaming-Dienst HBO MAX einen Schritt weiter voran gekommen. Es wird u. a. auch darauf angekommen, wie und ob es AT & T versteht, seine Telekommunikations Angebote mit WarnerMedia Content zu attraktiven Bundles zusammenzufügen.

 

Vielen Dank für den Besuch bei Dividende-um-Dividende!

 

Hinweis

Die vorgenannten Ausführungen stellen ausdrücklich keine! Kauf/Verkaufsempfehlung dar. Sie spiegeln lediglich unsere Meinung wider und sollen zur Anregung eigener Recherche dienen. 

Investments sind immer auch individuell zu betrachten und nicht jedes Investment passt zum Risikoprofil jeder Person.

Ich / wir sind in AT & T investiert.

Der Beitrag wurde mit der größtmöglichen Sorgfalt erstellt. Eine Gewähr für die Richtigkeit der Zahlen & Daten kann allerdings nicht übernommen werden.

 

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