AbbVie

Posted by div2div on 13. November 2019 in Aktien

Dividenden Investment Idee

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Unternehmensprofil

AbbVie Inc. ist ein weltweit tätiges Biotechnologie- und Pharmaunternehmen, dass 2013 als Abspaltung vom Mutterkonzern Abbott Laboratories gegründet wurde. Der Firmensitz befindet sich in North Chicago, USA. Die Kern-Forschungs- und Tätigkeitsschwerpunkte von AbbVie sind im Bereich folgender Bereiche: Immunologie, Onkologie, Virologie sowie Neurologie und Frauengesundheit. Das bekannteste und erfolgreichste Produkt ist derzeit Humira, welches insbesondere gegen rheumatoide Arrthritis eingesetzt wird.  Allein im Jahr 2018 hat Humira einen Umsatz von knapp 20 Milliarden Dollar für AbbVie weltweit erzielt. Neben weiteren bereits zugelassenen Medikamenten wie AndroGel, Novir  Kaletra und Synagis befinden sich über 20 neue Medikamente in den verschiedenen klinischen Phasen, die unter anderem Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer, Endometriose und Schizophrenie „ins Visier“ nehmen sollen. AbbVie hat mit Stand 2018 insgesamt ca. 29.000 Mitarbeiter. In Deutschland beschäftigt AbbVie beispielsweise ca. 2.600 Mitarbeiter an den Standorten Wiesbaden, Ludwigshafen und Berlin. Im Sommer 2019 hat angekündigt, das Pharma Unternehmen Allergan für 63 Mrd. US-Dollar zu übernehmen.

Stand: 10.11.2019

 

Dividenden

Quelle: Abbvie.com

Ohne Frage eine beeindruckende Dividendenhistorie. Mit der aktuellen Erhöhung der Quartalsdividende auf $1,18 hat AbbVie das Dividendenwachstum weiter fortgesetzt. Seit 2013 liegt das Wachstum damit bei knapp 200%.

 

Stärken/Chancen

Seit der Abspaltung vom Mutterkonzern AbbottLabs im Jahr 2013 hat AbbVie die Dividende kontinuierlich erhöht. Insbesondere die Steigerungsraten in den Jahren 2017-2019 sind herausragend (siehe Grafik). Hinzu kommt die mit 5,53% recht hohe Dividendenrendite für einen blue-chip Wert. Eine aktuell hohe Dividendenrendite alleine sagt allerdings noch nichts über die Qualität bzw. Nachhaltigkeit für die Zukunft aus. Eine Pay-Out-Ratio von nur 54% lässt aber deutlichen Spielraum für weitere Dividendenerhöhungen und spricht für die Sicherheit der Dividende. Wenn man sich die Dividendenkultur des Mutterkonzern AbbotLabs ansieht, der 46 Jahre in Folge die Dividende gesteigert hat, kann man davon ausgehen, dass auch AbbVie den shareholder-value Gedanken in seine Firmenphilosophie aufgenommen hat. Zudem hat AbbVie ein Aktienrückkaufprogramm von insgesamt 15 Mrd. Dollar aufgelegt (10 Mrd. angekündigt im Feb. 2018 und weitere 5 Mrd. angekündigt im Dez. 2018), wodurch zusätzlicher Gewinn pro Aktie generiert werden dürfte.

Diese Kombination der Dividendenkennzahlen, hohe Steigerungsrate, hohe aktuelle Rendite bei gleichzeitigem großen Sicherheitspuffer ist ein wesentlicher Pluspunkt und macht AbbVie attraktiv für Einkommensinvestoren.

AbbVie hat mit Humira den Inbegriff eines „Blockbuster-Medikamentes“ im Portfolio. Humira hat 2018 weltweit knapp 20 Milliarden Dollar !!! an Umsatz erzielt. Damit ist es das verkaufsstärkste Medikament der Welt. Zwar ist der Patentschutz für Humira in Europa bereits ausgelaufen, aber in den USA besteht noch bis zum Jahr 2023 Schutz vor Biosimilars von Konkurrenzunternhemen. Da die USA der größte Markt für das Medikament sind, wird Humira voraussichtlich noch mehrere Jahre Milliarden in die Kassen des Unternehmens spülen.

Eine weitere und für die Zukunft entscheidende Stärke von AbbVie ist unserer Meinung nach die Pipeline an neuen Medikamenten. Risankizumab (geänderter Name Skyrizi) hat gerade die Zulassung in Japan sowie der europäischen Behörde EMA erhalten. Upadacitinib, einem Medikament zur Behandlung von rheumatoiden Arthritis, sollte bald folgen. Zusammen mit den bereits in Anwendung befindlichen Krebs-Medikamenten Imbruvica, Venclexta sowie Orilissa, einem Medikament zur Behandlung von Endometrieoseschmerzen hat AbbVie das Ziel im Jahr 2025 gut 35 Milliarden Dollar Umsatz zu erzielen.

Game-Changer Allergan Übernahme?

Mitte 2019 verkündete Abbvie die Übernahme des Pharmakonzerns Allergan für 63 Mrd. US-Dollar. Allergan ist bekannt für seine Gesundheits- und Beauty Sparte, insbesondere für Botox, einem anti-aging Medikament. Der erwartete Umsatz von Allergan für das Jahr 2019 beträgt $15,76 Mrd. Mit der Übernahme plant AbbVie seine Abhängigkeit von ihrem Blockbuster Medikament Humira abzuschwächen und die Produktpalette zu diversifizieren. AbbVie rechnet mit Synergieeffekten von mehr als $2 Mrd. ab Jahr 3 der Übernehme und einem Beitrag/Anstieg von  bis zu 20% des Gewinns pro Aktie durch die Übernahme. Nachfolgende Übersicht der Geschäftsbereiche von Allergan sowie der von AbbVie prognostizierten Synergieeffekte.

 

Allergan segments

Quelle: Allergan/AbbVie Investor Presentation

 

 

Synergies

Quelle: Allergan/AbbVie Investor Presentation

 

 

Ob die Entwicklung so eintritt wie von AbbVie vorhergesagt, ist schwer vorherzusagen. Die Integration eines so großen anderen Pharmaunternehmens ist sicherlich eine Herausforderung und die Historie hat gezeigt, dass Übernahmen dieser Größenordnung oft mit Schwierigkeiten verbunden sind. Anfangs reagierte der Markt mit drastischen Kursabschlägen bei AbbVie nach Bekanntwerden der Übernahmepläne. Mittlerweile gibt es differenzierte Meinungen dazu und der Kurs hat sich von den Tiefständen bei ca 56€ sehr deutlich erholt. Wir sehen die Übernahme eher positiv/neutral, wobei es auch abzuwarten gilt, wie gut die Integration gelingt.

Mit den aktuellen Quartalszahlen im Q3 2019 überzeugte AbbVie auf ganzer Linie. EPS (non GAAP) lag mit $2,33 ebenso über den Erwartungen wie der Umsatz von $8,48 Mrd.

Die wichtigste Meldung für Einkommens-Investoren war allerdings die Ankündigung von AbbVie, die Dividende um 10,3% zu erhöhen. Die Quartalsdividende steigt damit von $1,07 auf $1,18, die Jahresdividende von $4,28 auf $4,72. Eine wirklich substantielle Erhöhung! Seit 2013, der Abspaltung vom Mutterkonzern Abbott Labs hat AbbVie die Dividende um fast 200% erhöht. Der Aktienkurs reagierte entsprechen und legte in den Folgetagen weiter zu.

Risiken

AbbVie als  Biotech/Pharmaunternehmen ist in einer Branche tätig, in der mit hohen Entwicklungskosten für neue Medikamente zu kalkulieren ist. Wenn dann Medikamente in den verschiedenen klinischen Erprobungsphasen nicht die erhofften Erfolge erzielen, muss das Unternehmen diese Rückschläge wegstecken. Das Debakel nach der Übernahme von Stemcentrx mit dem fehlgeschlagenen Mittel Rova-T ist das jüngste Beispiel. AbbVie musste in der Folge ca. 4 Milliarden Dollar abschreiben. Kurz: Das Geschäftsfeld in dem AbbVie tätig ist, fällt nicht in die SWAN- (Sleep Well At Night) Kategorie.

Die größte Herausforderung für AbbVie ist zweifellos die Umsätze des mega Blockbusters Humira nach Wegfall des Patentschutzes zu ersetzen. Im Jahr 2018 hat Abbvie einen Umsatz von 32,82 Milliarden Dollar erwirtschaftet von denen ca. 60 % auf Humira entfallen sind. Dies kann man zum gegenwärtigen Zeitpunkt schon als gewisse Abhängigkeit bezeichnen. AbbVie muss in den nächsten Jahren einen Weg finden, sich für die Zeit nach Humira zu positionieren.

Darüber hinaus steht die Pharmaindustrie teilweise in der Kritik zu hohe Preise für ihre Medikamente zu verlangen. Die Politik unternimmt immer mal wieder Anläufe regulatorisch einzugreifen, wie die aktuelle Debatte in den USA aufzeigt. Allerdings sind nur funktionierende (am Gewinn orientierte) Pharmaunternehmen in der Lage Milliarden für die Forschung neuer Medikamente zur Behandlung von teils lebensbedrohlichen Krankheiten auszugeben.

Durch die geplante Übernahme von Allergan wird die Verschuldung von AbbVie weiter steigen. Das Unternehmen plant, die neuen Schulden durch zukünftige Einnahmen von Humira zu tilgen. Grundsätzlich führen Schulden dazu, dass Flexibilität verloren geht. AbbVie muss zum Einen aus dem Cashflow Schulden in erheblichen Maße tilgen sowie seinen Dividenden-Verpflichtungen nachkommen. Aber die Forschung und Entwicklung neuer Medikamente erfordert Milliardensummen. Es gilt daher genau zu beobachten wieviel Cash AbbVie in Zukunft für Research & Development bereitstellen kann.

 

Fazit

In Abwägung der Chancen und Risiken ist AbbVie als Biotech/Pharma blue-chip Unternehmen für uns derzeit ein Kandidat für einen Nachkauf im International Income Portfolio. Den Ausschlag geben insbesondere die Dividendensicherheit und die Rendite bei aktuellen Kursniveau. Mit einer aktuellen Dividendenerhöhung von 10,3% und soliden Zahlen im Q3 2019 hat AbbVie eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass man voll im Plan liegt und Wachstumsraten nicht der Vergangenheit angehören. Die Zukunft ist -gerade im Pharma Sektor- nicht leicht einzuschätzen, aber die gut gefüllte Pipeline ist eine Basis auf der AbbVie die nächsten Jahre aufbauen kann, um dem auslaufenden Patentschutz von Humira zu begegnen. Die Integration von Allergan wird sicher eine Herausforderung bleiben und man sollte sich der Risiken von möglichen Medikamenten Flops bewusst sein . In den letzten Wochen hat der Kurs wieder stark zugelegt, aber wir sehen das Chance/Risiko Verhältnis aus Sicht von Einkommensinvestoren immer noch positiv.

 

Erläuterung zum  Income Portfolio Score (IPS)

  • Petrol: Unternehmen ist ein Kandidat für unser Portfolio und steht auf der Kauf-/Nachkaufliste
  • Hellblau: Unternehmen gehört zu dem erweiterten Kreis der Portfolio-Kandidaten als Neuaufnahme bzw. als Nachkauf
  • Blau: Unternehmen steht auf der Watchlist – bei Änderungen (bspw. Div, Kurs, Gewinnwachstum etc.) ist ein Kauf möglich
  • Dunkelblau: Unternehmen passt in der Gesamtschau eher nicht zu unserem Portfolio
  • Schwarz: Unternehmen erfüllt derzeit nicht unsere Kriterien und kommt für das Portfolio damit nicht in Frage

 

Vielen Dank für den Besuch bei Dividende-um-Dividende!

 

Hinweis

Die vorgenannten Ausführungen stellen ausdrücklich keine! Kauf/Verkaufsempfehlung dar. Sie spiegeln lediglich unsere Meinung wider und sollen zur Anregung eigener Recherche dienen. 

Investments sind immer auch individuell zu Betrachen und nicht jedes Investment passt zum Risikoprofil jeder Person.

Ich / wir sind in AbbVie investiert.

Der Beitrag wurde mit der größtmöglichen Sorgfalt erstellt. Eine Gewähr für die Richtigkeit der Zahlen kann allerdings nicht übernommen werden.

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