IBM

Posted by div2div on 8. November 2019 in Aktien

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Zahlen IBM

Stand: 06.11.2019

Big Blue und der Blues

IBM ist einer der ältesten und mit ca. 351.000 Mitarbeitern auch einer der größten Technologie-Konzerne der Welt. Gegründet wurde IBM bereits im Jahr 1911 und der Firmensitz befindet sich in Armonk/USA.

IBM hat es über die Jahrzehnte immer wieder geschafft, sich in einer schnell wandelnden Tech-Welt anzupassen. Der Schwerpunkt der Geschäftsfelder wechselte dabei u.a. von Hardware zu Software, später hin zu Services und Cloud sowie Künstliche Intelligenz (KI).

Aktuell befindet sich IBM in einer Umbruchphase, die allerdings schon einige Jahre andauert. Die CEOin Ginni Rometty hat für die Zukunftsausrichtung sogenannte „strategic imperatives“ ausgegeben. Dies sind die Bereiche Cloud-Computing, Analytics sowie Security & Mobile. Im Bereich der Künstlichen Intelligenz (AI) sieht IBM mit seinem System „Watson“ ebenfalls große Zukunftschancen.

Einen so großen Konzern wie IBM neu auszurichten dauert sicherlich einige Zeit. Angesichts seit Jahren fallender/stagnierender Umsatzzahlen ist die Geduld der Investoren mittlerweile ziemlich strapaziert, was sich u.a. auch auf den Aktienkurs niedergeschlagen hat.

Aktuelle Quartalszahlen 

Im 3. Quartal 2019 zeichnet sich ein ähnliches Bild wie in den letzten Jahren ab. Der Umsatz ging im Vergleich zum Vorjahresquartal um 3,9% auf $18.03 Milliarden zurück. Der Gewinn pro Aktie im Q3 lag bei $2.68 (non-GAAP). Verteilt auf die einzelnen Geschäftsbereiche sah der Umsatz wie folgt aus:

  • Cloud and cognitive software: $ 5.28 billion actual vs estimate $ 5.41
  • Global business services : $ 4.11 billion actual vs estimate $ 4.12
  • Global technology services: $ 6.70 billion actual vs estimate $ 6.78
  • Systems: $ 1,48 billion actual vs estimate $ 1.52 billion

 

Foto IBM Q3

Quelle: IBM Investor Presentation Q3 2019

Positiv fällt auf, dass der Cloud-Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um 14% zugelegt hat.

Den Gesamtausblick für das Jahr 2019 hat IBM unverändert gelassen. IBM erwartet einen Gewinn pro Aktie (EPS) von $12.80 und einem Free Cashflow (FCF) von ca. $12 Mrd. 

Am Tag der Veröffentlichung der Quartalszahlen reagierte der Markt mit einem Kursminus von ca. -6%. Mittlerweile hat der Kurs wieder zugelegt.

 

Mit RedHat Übernahme zurück zu Wachstum?

Im Oktober 2018 hat IBM für 34 Mrd. US-Dollar das auf Open Source Software (Stichwort Linux) und Open Cloud Systeme spezialisierte Unternehmen RedHat übernommen.

Die Frage wird sein, wie effizient IBM RedHat integrieren kann und ob im Bereich Open Source Cloud Anwendungen genug Geld zu verdienen ist.

Fakt ist, dass viele Unternehmen ihr Datenmanagement noch nicht vollständig oder gar nicht auf Cloud Anwendungen umgestellt haben. Für RedHat spricht, dass die moderne IT oft hybrid und nicht auf einen Anbieter bzw. Software/Cloud Lösung fixiert ist. Unternehmen nutzen die unterschiedlichsten IT-Infrastrukturen, Plattformen und Tools. Ohne Zweifel ein Zukunftsmarkt mit viel Potenzial für Wachstum.

Bildschirmfoto IBM Q3

Quelle: IBM Investor Presentation Q3 2019

Dass der Cloud Bereich in Zukunft eine wesentliche Säule des Geschäfts von IBM darstellt und noch ernormes Wachstumspotenzial hat, zeigen u.a. auch aktuelle Geschäftsabschlüsse von IBM. Am 06.11.2019 gab IBM die Zusammenarbeit mit der Bank of America, einer der größten Banken weltweit, bekannt. IBM wird Bank of America und ihren 66 Mio Kunden Cloud Services zur Verfügung stellen. „This industry-first platform will allow Bank of America to use the public cloud, putting data security, resilience, privacy and customer information safety needs at the forefront of decision making“, sagte Cathy Bessant, Chief Operations and Technology Officer von Bank of America.

Bereits im Februar 2019 hatte IBM die Zusammenarbeit mit der Banco Santander bekannt gegeben, die einen 700 Mio. schweren Deal umfasste. IBM wird demnach die IT-Architektur der Bank aufbauen und in den Bereichen  Künstliche Intelligenz, Blockchain und Big Data unterstützen.

Auf der anderen Seite ist der Wettbewerb im Cloud-Bereich knallhart und die „Cloud-Giganten“ Microsoft und Amazon dominieren weiterhin den Markt im traditionellen Cloud Segment. Hinzu kommt, dass auch andere Firmen wie Oracle oder Salesforce ein gutes Stück vom Kuchen beanspruchen.

Allerdings hängt IBMs Zukunft nicht alleine am Cloud-Geschäft. Künstliche Intelligenz  (KI) mit all seinen Facetten ist definitiv ein spannender Zukunfts-Bereich und IBM mit seinem System „Watson“ einer der Vorreiter. Die Sparte Watson Health ist auf Anwendung von künstlicher Intelligenz in der Pharma- und Biotechbranche spezialisiert. So arbeit IBM bspw. mit dem schweizer Pharmariesen Roche zusammen. Watson Health soll als Vorhersagemodell für das Risiko chronischer Nierenerkrankungen bei diabetisbedingten Langzeitkomplikationen eingsetzt werden. Auch im Bereich der Medikamentenentwicklung findet Watson Anwendung. IBM bietet Pharma- und Biotech Unternehmen eine cloudbasierte, KI-fähige Lösung an, mit deren Hilfe wissenschaftliche Erkenntnisse und weitere Daten analysiert werden, um bei der Entwicklung neuer Medikamente zu unterstützen. IBM Watson for Oncology ist z.B. führend in der KI für personalisierte Behandlungsentscheidungen auf dem Gebiet der Onkologie.

Dies gilt auch für den Bereich der Quantencomputer, bei dem  IBM ebenfalls zu den Pionieren gehört und auf der Elektronikmesse CES 2019 in Las Vegas den ersten kommerziellen Quantencomputer (Q System One) vorgestellt hat. In Deutschland wird IBM in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut ein IBM Q System One in Betrieb nehmen.

Wann in diesen Zukunfts-Bereichen wie KI und Quantencomputer allerdings spürbar mehr Geld verdient wird, bleibt abzuwarten.

 

Fazit

Für Dividenden-Investoren ist IBM insbesondere aufgrund einer sehr soliden Dividendenhistorie interessant. 19 Jahre in Folge wurde die Dividende erhöht. Die aktuelle Dividendenrendite von 4,67 % bei einer Pay-Out Ratio von lediglich 50,63% ist ebenso ein Pluspunkt wie die relativ „günstige“ Bewertung mit einem KGV von 10,84. Darüber hinaus ist IBM auf dem Weg in Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz und Cloud Fortschritte zu machen.

Auf der anderen Seite stehen die Schwierigkeiten von jahrelangen Umsatzrückgängen, einem teilweise etwas schwerfällig wirkenden riesigen Unternehmen und die Herausforderung einer erfolgreichen Integration von RedHat.

Auf jeden Fall ist eine Investment-Entscheidung für oder gegen IBM alles andere als einfach. Im Endergebnis steht für uns aus Sicht von Einkommens-Investoren ein leichtes Chancenplus gegenüber den Risiken.

 

Vielen Dank für den Besuch bei Dividende-um-Dividende!

 

Hinweis

Die vorgenannten Ausführungen stellen ausdrücklich keine! Kauf/Verkaufsempfehlung dar. Sie spiegeln lediglich unsere Meinung wider und sollen zur Anregung eigener Recherche dienen. 

Investments sind immer auch individuell zu betrachten und nicht jedes Investment passt zum Risikoprofil jeder Person.

Ich / Wir sind in IBM investiert.

Der Beitrag wurde mit der größtmöglichen Sorgfalt erstellt. Eine Gewähr für die Richtigkeit der Zahlen kann allerdings nicht übernommen werden.

 

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